Politisches

Karnevalisten sind keine Rassisten

sarotti Es ist Fasching, Fastnacht, Karneval. Menschen verkleiden sich und tummeln sich auf Straßen und Plätzen, in Hallen und Sälen. Sie rufen Helau und Alaaf. Sie geben sich Küsschen und Bützje. Am Ende stehen alle an der Sektbar und sind glücklich und zufrieden. Die fünfte Jahreszeit ist eine Auszeit vom Normalen, zumindest für diejenigen die sich gerne dem Troubel hingeben. In der Frankfurter Rundschau von heute geht es der Fröhlichkeit an den Kragen, denn immer öfter stehen Karnevalisten unter Rassimusverdacht, denn wer sich schwarz schminkt, der diskriminiert dunkelhäutige Menschen. So der Vorwurf der „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“. Dazu ein paar Gedanken von mir.

Fröhlichkeit ist ein Muss im Karneval, wobei nichts so gut organisiert ist wie die Fröhlichkeit in Deutschland. Wir feiern also gut organisiert und ohne böse Hintergedanken Fasching, so sehe ich es zumindest.

Mit der Fröhlichkeit und mit der Freiheit der Narren ist es aber immer schwieriger, denn die politisch Korrekten unter uns erkennen in fast allem was sich Kostüm nennt eine Diskriminierung irgendeiner Gruppe. Ob sich Frauen als Gypsifrau aka Zigeunerin, Männer als Mohren, Kinder als Hexen oder Jungs als Indianer verkleiden, es gibt kaum noch eine Gruppe die sich nicht sofort an die Presse wendet und Diskriminierung und Rassismus ruft. Pflichtgehorsam springen die deutschen Gutmenschen, wie der Frankfurter Asta-Verband los,und kristisieren Pappmaché Mohren als rassistisch und politisch unkorrekt.

Ja, es ist nicht richtig, wenn bestimmte Gruppen von Menschen diskriminiert werden, aber ist ein Indianerkostüm (politisch korrekt heißt das übrigens amerikanischer Ureinwohner), eine hübsche Frau in Zigeunertracht, ein kleiner Junge im Winnetoukostüm und ein Mann mit schwarz geschmicktem Gesicht eine Form des Rassismus? Fastnacht ist eine besondere Zeit, in der sich über das Kostüm auch mal zum Ausdruck bringen lässt was mancher gerne darstellen würde. Karnevalisten mit Rassisten in eine Ecke zu stellen ist schlechter Stil und zeugt davon wie wenig sich manch politisch korrekter Mensch mit dem Thema auseinandersetzt.

Humor ist wenn man trotzdem lacht, oder so ähnlich. Es wäre einfach schön, wen sich diejenigen die die Rechte von Minderheiten vertreten auf das Wesentliche konzentrieren und nicht immer versuchen mit dem Ruf nach einem Verbot weltoffene und ehrliche Menschen ins Abseits zu stellen, denn Karnevalisten sind sicherlich keine Rassisten!

Google ist in Sachen political correctness auch ganz weit vorne: Bei der Suche nach Mohrenkostüm werde ich gefragt, ob ich nicht Bärenkostüme meine.

Bildrechte: Kölner Stadt-Anzeiger, Karnevlastruppe die Juxtruffel

1 Kommentar

  1. Sacha Maurice

    Nur weil DU es nicht als rassistisch empfindest, heißt das nicht, dass es nicht rassistisch ist! Gut, es gibt in Deutschland keine Ureinwohner, gegen die man diskirminieren kann, aber das bedeutet nicht, dass das keine kulturelle Aneignung ist, die auf Stereotypen und Vorurteile anspielt.

    Würdest du es auch lustig finden, wenn ich als nicht-deutscher mit einem gelben Judenstern an Karneval rumlaufen würde, weil das für mich nicht offensiv ist? Komm schon… ist ja nur Spaß! Dann vielleicht solltet gerade ihr Deutschen gut darüber nachdenken, wie ihr mit Minderheitskulturen umgehen wollt. Klar, in den 60ern war Blackface keine Seltenheit, aber wir sind nun mal in 2015 und die Welt hat sich entwickelt, vielleicht solltet ihr das Gleiche tun!

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