Politisches

Schwarz-Grün sei Dank, die FR kann sich profilieren

misc-schwarz_gruen_hessen_2013 Als regelmäßiger Leser der Frankfurter Rundschau bin ich nun schon eine ganze Weile Gast einer fantastischen Inszenierung mit dem Namen „Die Redaktion gegen die schwarz-grüne Landeregierung“.

Mit Beginn der Verhandlungen zwischen Schwarz und Grün begann die Redaktion der FR sich gegen diese politische Konstellation aufzulehnen, nahezu aus jeder getippten Zeile konnte der Leser die Enttäuschung der Redakteure herauslesen. Schwarz und Grün sei ein Verrat am Wähler, das was Al-Wazir tun würde sei nur der eigenen Machtgeilheit geschuldet, usw.

Sobald nun irgendwo ein Thema auftaucht bei dem es zu Konfrontationen kommen könnte, ist es die Redaktion der FR die jedes Thema zur Bewährungsprobe hochschreibt. Aktuell ist es das Thema der Feierlichkeiten zur Eröffnung der neuen EZB im Osthafen.

Immer wieder wird kommentiert, begleitend berichtet und an die alten Tage der Konfrontation erinnert. Es macht fast den Eindruck, dass die SPD, die LINKE und die FDP mindestens zwei Journalisten bei der FR als Pressemeldungsabtipper eingestellt hätten.

Die FR begleitet mich nun schon über fünfunddreißig Jahre, erst hatten meine Eltern sie abonniert, mein Vater wollte kein Taunusblättchen lesen, sondern ein richtige Zeitung, und ich bestellte die FR später weiter, einmal aus Gewohnheit und zum anderen, weil die FR immer mal wieder solche Phasen der Profilierung durchlaufen hat. Aktuell, nach dem sie zur Familie des Taunusblättchenverlags gehören, muss die FR wohl einmal wieder die Ecken und Kanten schärfen, damit die linksliberale Restleserschaft bei der Stange bleibt.

Ich betrachte die verstärkte Ablehnung der neuen hessischen Landesregierung auch als eine Reaktion auf das Ungewohnte. Für eine Tageszeitung mit einem mehr oder minder klaren Profil ist es leicht gewesen Position zu beziehen. Nun muss diese Position neu gefunden werden, und da ist es natürlich einfacher sich komplett gegen das Neue zu wenden, anstatt sich ein wenig zu öffnen.

Ich als Leser empfinde momentan manchen Kommentar in Richtung hessischer Landesregierung als gut gemachte Realsatire, aber dafür zahle ich eigentlich keine Abogebühr, denn davon bekomme ich im Netz genug kostenfrei auf den Bildschirm geliefert.

Die FR muss der CDU und den Grünen eigentlich dankbar sein, denn in den nächsten Jahren wird es wohl noch einges an Profilierungsnachschub aus Wiesbaden für die Redakteure der FR geben.

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