Reise Wein

Die kleine Weiße vom Rhein: Die Albariño-Traube

Albariño Ein Weißwein den wir in Spanien getrunken haben brachte uns auf den Jakobsweg und später zu einem kleinen Weingut in Rheinhessen, genauer gesagt zum Weingut Schmitt aus Herrnsheim bei Worms.

Die Vier Nasen tanken Riesling wollten an der Costa Blanca nicht nur Wein probieren und die Sonne am Pool der Villa Higuera genießen, sondern auch das spanische Nationalgericht Nummer Eins testen; die Paella. Im ersten Teil des Paellatests hatten wir uns ein kleines und eher einfaches Strandlokal ausgesucht, für die nächste Paella sollte es dann ein etwas gehobeners Lokal sein. Ein Tipp dafür ist das Restaurant Primera Linea direkt am Strand von Denia.

Wir hatten uns einen Tisch reserviert und trafen gegen 14.00 Uhr (beste spanische Mittagesessenszeit) ein, es herrschte schon einiger Betrieb, denn an diesem Tag lehnte sich die Region Valencia/Alicante zurück und genoss einen lokalen Feiertag. Familien mit allen Generationen belegten bereits einige Tische und ein sehr entspannter spanischer Nachmittag nahm seinen Lauf.

Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang hatten wir genügend Hunger mitgebracht und stürzten uns auf Calamares fritos und danach auf Paella mixta und auf den Fisch des Tages. Die Paella wurde klassisch und mit Hummer gereicht, dazu wurde uns ein Weißwein vom Weingut torroxal empfohlen. Ein schnittiges junges Weinchen, mit viel Frische im Glas und wenig Säure.

Der Wein hattes es uns angetan und nach dem wir alles brav aufgegessen hatten und auch unsere Becherchen geleert hatten, gab es einige Fragen: Was ist das für ein Weingut, wo liegt es und was ist Albariño für eine Traube? Einige Fragen die ich zurückgekehrt beantwortet haben wollte.

Die Albariño-Traube wird hauptsächlich im Norden von Portugal angebaut und im benachbarten Galicien (Spanien), dessen Hauptstadt Santiago de Compostela ist. Mit diesem Hinweis ging es weiter, denn die Traube wurde früher für eine Verwandte der Rieslingtraube gehalten und soll mit Pilgern auf dem Jakobsweg bis in die Erde der iberische Halbinsel gekommen sein.

Neueren Erkenntnissen zufolge scheint Albariño aber eine Verwandte der Sorten Sauvignon Blanc, Pinot Blanc oder aber des Petit Manseng zu sein. Eine definitive Klärung des Sachverhalts steht jedoch noch aus (Stand 2005). Eine DNA Analyse zeigte eine nähere Verwandtschaft zur portugiesischen Rebsorte Malvasia Fina. (Quelle Wikipedia).

Auf dem Jakobsweg in Rheinhessen

Die Traube ist also evtl. nicht irgendwie nach Portugal und Spanien gekommen, sonder hat seine Wurzeln in iberischer Erde und nicht in Deutschland.Dafür stellt die Traube den Hauptanteil für den unter Vinho Verde bekannten grünen Wein aus Portugal. Wobei eher junger Wein gemeint ist, aber es heißt ja auch „grün hinter den Ohren“.

Das Weingut torroxal baut den typischen Wein für das nördliche Portugal und das nordwestliche Spanien im Anbaugebiet Rías Baixas an, ein ziemlich weiter Weg aus Frankfurt um diesen sehr leckeren und wirklich gut zu Fisch schmeckenden Wein direkt beim Winzer einzukaufen.

schnecke_slowFood Selbstverständlich würde es auch noch die Option Internet geben, aber wir wurden irgendwie auf unerforschlichen Wegen wieder auf den Jakobsweg zurückgeführt. Eine fast schon göttliche Fügung brachte uns in der letzen Woche zur Kulinart im Bockenheimer Depot in Frankfurt. Dort gab es neben Slow Food Schnecken, Weinen aus Portugal(!) und Südafrika auch den ansprechenden Auftritt des Weinguts Schmitt aus Herrnsheim in Rheinhessen.

Mit Winzer Volker Schmitt konnte ich an seinem Messestand ein wenig über den Anbau der Albarino-Traube in Rheinhessen sprechen. Auf seinem Weingut baut er im Versuchsanbau, wie es auf dem Etikett seines Albarinoweins heißt, die Pilgertraube an. Dafür gibt es einen guten Grund, denn durch seine Weinberge führt ein Teil des deutschen Jakoswegs und da liegt es doch auch irgendwie nicht so weit weg einen Wein zu kultivieren der irgendwie doch etwas mit den Pilgern auf dem Weg nach Santigo zu tun hat.

Seine sehr klassisches Weinauswahl bekommt durch den Albarino eine ganz exklusive Note, denn meines Wissens nach ist Volker Schmitt aktuell der einzige deutsche Winzer der sich mit „Der kleinen Weißen vom Rhein“ eine Besonderheit aus den Weinbergen in den Keller und auf die Flasche zieht. Ein mehr als gelungenes Experiment aus meiner Sicht, denn der deutsche Albariño steht seinen spanischen Brüdern und Schwestern in nichts nach. Er ist frisch, bringt wenig Säure mit und hat einen ganz saftige Note. Er passt als deutscher Wein ebenso zu Fisch wie zu Gerichten mit Hühnchen oder Kalb. Jung, frisch und spritzig, ein Wein auf den sich die Vier Nasen schon im nächsten Sommer freuen, und dann sicherlich direkt ab Winzer in Rheinhessen. Dan werden wir sicherlich auch die anderen, teilweise von GaultMillau., gelobten Weine probieren.

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