Politisches Reise

Die Stuhlnutten von der Costa Blanca

Wer in Spanien mit dem Auto unterwegs ist wird immer mal wieder feststellen, dass an den Rändern der Regional-/Landstrassen Frauen auf Plastikstühlen sitzen, bzw. leere Plastikstühle an den Straßenrändern stehen.

Im ersten Moment fallen einem diese Stühle nicht bewusst auf, aber dann, wenn es irgendwie immer mehr Stühle werden, dann beginnt man sich schon die Frage zu stellen was die Frauen dort am Straßenrand mache, oder warum die Stühle mal leer und mal besetzt sind.

Die erste naive Vorstellung ist, dass hier Frauen auf eine Art Sammeltaxi warten um zur Arbeit gefahren zu werden. Diese Vorstellung ist aber auch nach relativ kurzer Zeit vom Tableau der Gedanken, spätesten dann wenn einem auffällt, dass ab und an Männer bei den Frauen anhalten und sich mit ihnen unterhalten und dann irgendwo im Hinterland verschwinden. Eine der Fragen die dann immer noch offen bleibt, ist, wohin dieses Paar auf Zeit verschwinden. Ob ich hierauf eine Antwort haben möchte, ich glaube nicht!

Diese Frauen sind Prostituierte, meist aus Osteuropa, Lateinamerika, aber auch immer öfter, in den Zeiten der Krise, aus Spanien.

Irgendwie fand ich die Situation in einem katholischen Land wie Spanien relativ grotesk und merkwürdig, denn ich hätte eher gedacht, dass die Behörden dies nicht dulden würden. Weit gefehlt wie eine kurze Recherche im Internet ergab. Die Huren vom Straßenrand bewegen sich in Spanien im rechtsfreien Raum, denn Prostitution ist in Spanien weder erlaubt noch explizit verboten. Sie kommt einfach in den Gesetzen des Landes nicht vor.




Eine gefährliche Situation, denn die Sexworkerinnen sind damit im rechtsfreien Raum unterwegs, sowohl Polizei und auch Freier können mit den Damen mehr oder minder verfahren wie sie möchten. Es gibt zwar fast in jedem spanischen Dorf ein Bordell, oder eine Ortshure, aber wirklich akzeptiert sind die Damen nicht. Spanische Männer können zwischen 10 und 25 € investieren und bekommen die gewünschte Dienstleistung (das Netz weiß ja nahezu alles). Ein Vorgang der im katholischen Spanien offenbar, wenn ich den Berichten der Medien im Netz, u.a. taz, glauben darf, noch nicht einmal grossartig verleugnet wird. Spanische Männer sind eher stolz auf den Besuch bei den Putas und berichten wohl auch im TV offenherzig über den gelungenen Besucher bei einer Sexarbeiterin.

In Deutschland gab es in der letzten Zeit öfter die Diskussion in den Medien, ARD/ZDF haben darüber berichtet, ob die Legalisierung der Prostitution Deutschland nicht zu einem Fleischmarkt für Huren aus aller Welt gemacht hat und somit Männer aus aller Welt anlockt um sich aus dem reichhaltigen Angebot zu bedienen. Also das Gegenteil von dem was erreicht werden sollte. Wenn ich mir aber dann die Situation hier in Spanien ansehe, dann muss man sich mal die Frage stellen ob die Deutsche oder die spanische Variante besser ist, denn hier kämpfen die Frauen auf den Stühlen für eine klare gesetzliche Regelung.

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