Restaurants

Im O(osten) nichts Neues

Die Betreiber des Walden sind nun auch die Herrscher über den Frankfurter Osten, zumindest wenn es um die neue Location direkt am Main geht. Eingeklemmt zwischen der neuen EZB und dem Fluss ist die Lage,nahezu, perfekt.

Die Betreiber haben sich auch architektonisch etwas einfallen lassen, etwas das an diese Stelle passt.

Außen macht das Oosten also einen sehr guten Eindruck. Wer es von außen sieht könnte sich vorstellen, dass ihn im Inneren etwas wahnsinnig tolles erwartet, sowohl was den Service betrifft, als auch die gereichten Speisen & Getränke betreffend.

Da sind wir dann aber bei der Überschrift. Im Oosten gibt es nichts Neues, was ich nicht schon von den Locations in den Innenstadt kenne. Die Gerichte sind das klassische Frankfurter Speisekarten Allerlei. Dagegen ist natürlich nichts zu sagen, denn dieses Allerlei finden wir in der Zwischenzeit überall in Europa und wir haben uns auch schon daran gewöhnt. Es ist manchmal wie zu McD gehen, der berühmte Salat mit Putenbruststreifen und die Scampi-Variation ist international in allen Restaurants DownTown zu bekommen. Manchmal in einer besseren Variante, manchmal in einer schlechteren Version.

Im Oosten habe ich die Variation mit Tandoori genommen, dazu grüner Salat und etwas Dosenfrüchte und mit wenig Liebe geschnittene Apfelstückchen. Der grüne Salat hatte zudem etwas ziemlich totes an sich, die mitgereisten Früchte peppten das Ganze etwas auf. Was die dazu gereichte Grüne Sauce-artige Masse bei diesem Gericht zu suchen hatte, ist mir nicht ganz klar.

Das Fleisch hatte seine letzten Minuten schon lange gesehen, aber immerhin der Koch hatte es richtig schön totgebraten und dann in der Tandoorimasse gewälzt.
Also alles so, wie ich es auch schon im Walden auf dem Teller hatte. An manchen Tagen eben etwas besser, heute etwas weniger gut.

Die Bedienungen sind freundlich gewesen, aber auf meiner Rechnung tauchten dann noch Positionen auf die ich nicht hatte, aber der Nachbartisch.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser!

Nun, ihr merkt ich bin nicht ganz glücklich. Als fader Beigeschmack wurde ein Rosé aus Spanien gereicht (ich hatte ihn bestellt). Farblich ok, geschmacklich kann der Wirt das nicht ernst meinen, oder er hat ihn nicht probiert. Es gibt jede Menge deutsche Weingüter die einen vernünftigen Rosé anbieten, evtl. fragt der Szenegastronom einfach mal jemanden der ihm da kompetent unter die Arme greifen kann. Evtl. spielt hier aber, wie beim Wasser, die Marge eine größere Rolle als der Wille dem Gast ein ordentliches Produkt auf den Tisch zu stellen. Bei einer Flasche Wasser für 6,50 € (leider ein Preis der einem immer öfter in Deutschland auf die Rechnung kommt) hört bei mir der Spaß auf. Wasser muss nicht zu einem solch unverschämten Preis verkauft werden, außer man betrachtet als Gastronom seine Gäste als Melkkühe und nicht als Gäste.

Gastronomisch hat das Oosten Frankfurt nicht weitergebracht. Schade, denn die Location hätte einen echten Spritzer gastronomischen Neuanfangs verdient, statt Szeneallerlei serviert zu bekommen.

3 Kommentare

  1. Ein guter Bericht über dein Erlebnis im Osten der Stadt. Ich muss dir aber ein wenig widersprechen, denn ich finde das Oosten nämlich wirklich gut. Die Gerichte sind natürlich dem Mainstream geschuldet, aber die Leute die dort essen wollen, sind eben keine Gourmets. Die wollen einfach in einer coolen Location zusammensitzen und was essen, wenn sie dabei auch noch einen spanischen Wein trinken, dann fühlen sie sich toll & gut. Deutscher Wein ist doch in der Szenegastronomie ganz selten zu finden, weil die Gäste sich über den Wein identifizieren, und da ist ein italienischer Roter oder ein australischer Weißer eben cooler, als ein Rheingauer. Das Rheingau ist um die Ecke, da kommen sich viele Gäste eben provienziell vor.

  2. Ständig lese ich Berichte darüber. Sowohl positiv, als auch negativ. Es wird mal Zeit, dass ich es selbst ausprobiere und mir ein Bild mache.

  3. Pinkback: Frankfurt, eine Stadt ohne Nischen? › meiersworld.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.