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Andrea Nahles als Barbiepuppe und ein Leben wie die Made im Speck!

dabattenduell stühle Was haben Insekten & Barbie gemeinsam, augenscheinlich nicht wirklich viel. Wer aber am Donnerstagabend auf der Bühne der Romanfabrik stand und sich mit den emanzipatorischen Errungenschaften von Barbie beschäftigen durfte, kurz bevor die Fragen der Welternährung geklärt worden sind, der weiß was Kleintiere und eine Plastikpuppe gemeinsam haben.

Beide können als ziemlich schräge Diskussionsgegenstände für das Debattenduell herhalten.

Während bei Pro7 die Entscheidungsschlacht um das nächste glücklose deutsche Topmodell über die Bühne gebracht wurde & der VfL Wolfsburg das Champions League Finale, der Damen, gewann, hatten sich die Liebhaber der liebevoll und mit Witz & Intellekt ausgetragenen Schlacht der Worte in der Romanfabrik eingefunden.
Das Publikum gierte an diesem Abend nach Unterhaltung auf hohem Niveau, die Spannung und Erwartung des Publikums spürte jeder der an diesem Abend auf der Bühne stand. Die Meute wollte die Gladiatoren der Worte in hitzigen und ohne Kompromiss ausgetragenen Kämpfen sehen.

Dieser Wunsch sollte in Erfüllung gehen, denn gleich im ersten Duell konnten die beiden Teams sich mit der wahnsinnig wichtigen Frage beschäftigen, ob wir mehr Insekten essen sollen, bzw. diese im großen Stil gezüchtet werden sollen. Ein Thema das an aktueller Brisanz kaum zu übertreffen gewesen ist, daher konnten die beiden Teams voll aus sich heraus gehen und alles geben was es an Argumenten zu diesem Thema gibt. Die Contra-Seite kam allerdings an diesem Abend über ein „Heuschrecken nicht in den Mund stecken“-Argumentationstremolo nicht hinaus und musste sich genüsslich von der Pro-Seite vernaschen lassen. Die Vorteile von proteinhaltigen Essen lagen ja auch klar auf der Hand: Nachzüchtbar selbst in Damenhandtaschen, gut für die Ernährung ganz im Allgemeinen und Sowieso, darüber hinaus ist frittierte Heuschrecke einfach alternativlos, Millionen Chinesen können einfach nicht irren.

debattenduell in der romanfabrik - lena Das Publikum raste und am Ende der ersten Runde freute sich mein Team über einen Sieg und den Einzug ins Finale. Voller Spannung konnten wir unsere nächsten Gegner beobachten. Diese mussten sich mit unangenehmen Belastungen beschäftigen und am Ende stand, aus unserer Sicht, ein popularer Überraschungssieger auf der Bühne.

Dann ging es auch schon zum heißen Finale: Barbie steht für Emanzipation, so lautete die gewagte These.

Meine beiden Mitstreiterinnen und ich hatten mit der Contra-Seite einen Glückgriff getan, denn Barbie ist keinesfalls ein leuchtendes Vorbild für die Emanzipation der Frau. Unsere Debattengegner versuchten zwar, aus dem Staub der männlichen Überzeugung der 50´iger Jahre, Argumente dafür zu finden, dass blonde Frauen mit einem Ken an ihrer Seite für die Emanzipation stehen, aber der Intellekt zweier gestandener dunkelhaariger Akademikerinnen ließ jeden Argumentationsansatz in einer Sackgasse enden.

Die emanzipierte Frau von heute möchte lieber Kranführerin werden, anstatt als Barbiefrau durch die Welt kutschiert zu werden. Selbst ist die Frau, da hatten es drei Männer auf der Pro-Seite einfach schwer, denn die drei Männer die Barbie zur Emanzipationsikone machen wollten, hatten für uns etwas von einem Foulelfmeter ohne gegnerischen Torwart!

Am Ende des heißen Debattenabends hatte ich dann noch die Möglichkeit die schönsten Argumente meiner Kolleginnen neu verpackt ans Publikum zu bringen, was mir persönlich sehr viel Freude bereitet hat und ganz zum Schluss hatten wir die Frauen im Publikum auf unserer Seite und den Sieg in der (Damenhand)tasche.

Kurz gesagt, einmal wieder ein toller Abend, es lohnt sich am 26.09.2013 in der Romanfabrik beim nächsten Debattenduell reinzuschauen und ein bisschen Spaß zu haben. Mehr Informationen dazu gibt es bei Vaevictis.

Vielen Dank an Sebastian für das Video!

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