Mainhatten

15 Jahre Cave in Frankfurt, oder zwei Männer und drei Bier!

cave_frau Das Cave in Frankfurt feiert gerade sein 15-jähriges Jubiläum, so meldet es das Journal Frankfurt. Ein Anlass einmal darüber nachzudenken, ob und wann ich dieses Etablissement bereits einmal betreten habe.

Kurzes Nachdenken! Dann fiel mir wieder ein, wann und unter welchen Umständen ich den Kellerclub bereits einmal betreten habe.

Es muss in den ganz jungen Jahren des 21. Jahrhunderts gewesen sein, als mich die Spontanverliebtheit eines Kollegen ins Cave trieb und später zu Köylü in Sachsenhausen um den frühesten Döner meines Lebens zu essen.

Was war geschehen? Eine Kollegin hatte sich in einen schmucken Soldaten der amerikanischen Streitkräfte verliebt und beschlossen diesen auch zu ihrem Göttergatten zu machen, aus diesem Grund hatte sie Job und Wohnung in good old Sachsenhausen gekündigt und wir durften im Rahmen einer Räumungsparty interessantestes Haushaltsgut ersteigern. Je später der Abend desto spannender die Haushaltswaren und so hübscher die weiblichen Gäste. In einer später analysierten Kombination aus Bier, starken alkoholischen Getränken und deutlich erhöhten Jagdtrieb aufgrund einer gerade ersteigerten Salatschüssel, hatte ein Kollege sich in eine blonde Maid aus dem Freundeskreis der Bald-Amerikanerin verguckt.

Ein Plan musste her, denn die holde Maid, deren Namen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal kannten, machte sich bereits auf dem Weg die fast leergeräumte Wohnung zu verlassen. Ein durchaus akzeptables Verhalten gegen 01.00 Uhr. Trotzdem, Kollege K. wollte jetzt noch wissen was die schöne Frau noch vorhatte.

Meine Aufgabe lag nun darin die blonde Maid in ein tiefschürfendes Gespräch zu verwickeln, was mir natürlich mit Leichtigkeit gelang, denn ein Gespräch über die Leichtigkeit des Seins unter der besonderen Berücksichtigung der Wirkung von alkoholfreiem Weizenbier auf das Essverhalten galoppierender Mastschweine hält jede Frau von ihrem eigentlichen Plan ab.

Ich hatte Jenny (so hieß sie glaube ich) also innerhalb kürzester Zeit mürbe gequatscht und herausgefunden wohin sie ihr Fluchtinstinkt als nächstes Treiben würde: Ins Cave!

Damals muss ich irgendwie die Zusatzinformation „Ich treffe dort meinen Freund“ überhört haben, und konnte somit stolz K. davon überzeugen noch ein paar Minuten zu bleiben, dann mit einem Umweg über die Strandperle ins Cave zu fahren. Es sollte ja nach Zufall aussehen.

Die unter Blut, Schweiß und Tränen ersteigerte Salatschüssel nahmen wir natürlich mit zu Paco in die Strandperle. Dort besprachen wir den weiteren Plan für den Abend, was darauf hinauslief, dass K. beschloss sie anzutanzen und ihr ein Bier auszugeben. Gegen halb zwei Uhr klingt diese relativ triviale Variante eines Anmachversuchs wie der Plan zur endgültigen Eroberung Trojas (unter Weglassung des Holzgauls). Nach zwei fruchthaltigen Getränken und dem Versprechen des Barkeepers auf die Salatschüssel aufzupassen konnten wir einen Taxifahrer davon überzeugen uns gen Cave zu kutschieren.

Dort angekommen schritten wir direkt zur Tat, sprich ich versuchte mit meiner überragenden Körpergröße die gesamte Tanzfläche abzuscannen, während Kollege K. sich um drei (!!!) Bier kümmerte. Es lief alles plangemäß, denn ich hatte tatsächlich von einem leicht erhöhten Punkt (Treppe?) das Objekt der Begierde ausfindig gemacht.

Mit meinem Bier in der Hand konnte ich die nahezu perfekte Umsetzung des Plans beobachten. Allerdings gab es alsbald ein störendes Element in unserem wahnsinnig einfallsreichen und klugen Plan. Das störende Element hatte schwarze, eklig gelige Haare, und eine ziemlich sportliche Figur. Das Element schob sich von rechts auf Jenny zu, während K. sich von links an sie heranzappelte. Kurz bevor K. sein Bier bei Jenny platzieren konnte, hatte das störende Element seine Lippen, fest und mit deutlichen Zungenbewegungen, auf denen von Jenny platziert.

K. und ich hatten jetzt eben gemeinsam drei Bier zu leeren.

Das taten wir dann auch, ein lauer Sommermorgen, zwei Männer, drei Bier und Hunger!!

Der Abend endete bei einem guten Döner und zwei schönen Bier. Der Morgen brach an und wir sahen uns am Main die aufgehende Sonne an, danach ritten wir in die heimatlichen Ställe und bis heute Abend hatte ich nie wieder ans Cave gedacht!

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