Reise

Der südlichste Punkt Afrikas und eine Wassermühle aus Deutschland

Auf der Fahrt zum südlichsten Punkt Afrikas haben Frau H. und ich in der kleinen Missionsstadt Elim einen Halt eingelegt und uns mit deutscher Geschichte im fernen Afrika beschäftigt.

Damit ihr nicht bei Wikipedia nachschlagen müsst, hier ein paar Details:

Gegründet wurde Elim 1824 von deutschen Brüdern der Herrnhuter Brüdergemeine (englisch: Moravian Church) unter der Leitung von Hans Peter Hallbeck, auf dem Gebiet der Farm Vogelstruiskraal. Dieser begann seine Missionsarbeit mit drei Familien aus Genadendal. Die Kirchenglocke ist über 240 Jahre alt und wurde bis 1914 in Herrnhut in Deutschland genutzt. Das Dorf, das wegen seiner reetgedeckten Häuser bekannt ist, ist heute Nationaldenkmal.

Neben der Kirchenglocke aus Deutschland gibt es die älteste, noch funktionierende, Wassermühle in Südafrika in Elim zu bewundern.

Es lohnt sich also die abenteuerliche Fahrt über die ca. 35km lange Schotterpiste zu absolvieren (aus Richtung Bredasdorp führt eine asphaltierte Strasse nach Elim, aus Gaansbai eben nur die Schotterstrecke), wenn man sich davon überzeugen will, wie deutsche Missionare am Kap Wurzeln geschlagen haben und Traditionen und Wertarbeit hinterlassen haben. Wichtig ist es vor der Fahrt zu tanken, denn um die einzige Tankstelle in Elim ist es nicht so gut bestellt.

tankstelle_elim

Zur Wertarbeit gehören neben der Mühle und der Kirchenuhr auch die Regenrinnen an den Häusern.

muehle_elim Das beeindruckende an der deutschen Mühle ist, das es im Mühlhaus noch ein englisches Gegenstück gibt. Die englische Wertarbeit funktioniert aber leider nicht mehr.

Um sich das Mühlrad anzusehen, müssen sich die Besucher ganz schön klein machen, worauf dieses Schild hinweist. Persönlich möchte ich darauf hinweisen, dass selbst ich mich noch kleiner machen musste!
blessed_breit

muehlrad In die Kammern des Mühlrads passen jeweils 5 Liter Wasser, bereits vier gefüllte Kammern reichen aus um es in Bewegung zu setzen.

In der Kirche, die im inneren komplett weiß gestrichen ist, was Reinheit symbolisieren soll, erklärt einem Frank (Local Guide – “always good to have germans here”) die Sitzordnung.

elim_kirche_innenDiese beruhte darauf, dass Männer und Frauen getrennt voneinander angeordnet wurden. Dabei wurde auch darauf geachtet, welchen Status die jeweiligen Personen hatten. Alte Männer deren Frauen nicht mehr lebten (und umgekehrt) mussten ganz hinten links sitzen, bzw. rechts.

Diese Anodernung endete dann darin, dass unverheiratete Männer und Frauen ganz vorne in den ersten Reihen ihren Platz hatten. Damit konnten sie sich, viel besser als beim Online-Dating, vom real Deal überzeugen und dies unter den Augen des Pastors. Somit hatte der Gang zum Gottesdienst den Nebeneffekt eines Heiratsmarktes, was den Kirchgang, laut Frank, natürlich wesentlich attraktiver gestaltete.

Nach ca. 40 Minuten ist die kleine Zeitreise beendet und es kann weitergehen gen Süden.

Auf der Fahrt von Elim nach Bredasdorp liegen links und rechts des Weges noch drei Weingüter, die wir aber nicht zu einem Tasting besucht haben!

Am südlichsten Punkt Afrikas (Kap Agulhas) treffen der indische und der atlantische Ozean aufeinander & das ist es dann auch schon gewesen ☺
southern_gross

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