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Was beim Herrn das Slim, ist bei der Dame das Shape

fashion_Naxoshalle Nachdem ich in der GQ gelesen hatte, dass Männer auch über Fashion bloggen dürfen (mancher Blogger würzt seine Artikel dann noch mit einer Extraportion Sex oder Fußballbitches), wenn nicht sogar müssen, habe ich natürlich sofort die Tastatur in die Hand genommen und mich eines Themas bemächtigt, welches mir schon lange unter den Fingern brannte. Es ging, oder geht immer noch, um den Trend in der Modebranche Männer in Slim, Regular, Tailored und Custom einzuteilen. Sprich die gelernten Größen für Hemden aufzuheben und durch körperbetonte Merkmale zu ersetzen.

Slim ist, wer fit ist. Regular, Tailored und Custom ist der große Rest, die Männer die nicht dem schlanken Merkmal entsprechen. Denn im Gegensatz zu einigen Kommentaren die ich in der Xing-Gruppe „Kleider machen Leute“ auf meinen Blogbeitrag bekommen habe, geht es nicht nur um körperbetonte Kleidung, es geht explizit um die schlanken Momente.

Da wurde wie folgt kommentiert:

„Tja,… da in Deutschland 67% der Männer zu dick sind ist es klar, dass nicht jedem die SLIM Line gefällt :-)“

Geht es aber wirklich um zu dick? Einige meiner Freunde gehen regelmäßig ins Studio, sie haben definitiv kein Gramm Fett zu viel, aber Slim Fit passt nicht. Obwohl sie mit einem körperbetonten Hemd sicherlich eine gute Figur machen würden.

Es geht also um eine ganz andere Diskussion, nicht ob Männer schlank sind, oder das Gegenteil, wie ein Kleider-machen-Leute-Kommentator beweist:

„Schmunzel,

auch ohne ins Studio zu traben oder mich gar beim Essen aufs Notwendigste zu reduzieren bin ich recht froh über das Angebot an taillierten Hemden, ob da nun ein Überangebot besteht mag ich nicht werten..

Und auch mit gelegentlich gut 5 kg zu viel passen – mir – die gescholtenen
Varianten richtig gut, ich mag es eh nicht wenn in den Normalgrößen übermäßig
viel Stoff um die Hüften schlackert.

Ein guter Verkäufer sieht und erfährt schnell was einem steht und passt,
wird im gut sortierten Regal für jede Figur was passendes haben,
ich probiere eh jedes Hemd vor dem Kauf an.

Nix für ungut..“

Es geht, wie Brigitte-Kolumnisten Sina Teigelkötter in der aktuellen Brigitte schreibt, um den Trend gegen das „Normale“.

15B2166-106 Normal ist nämlich was die Modeindustrie vorgibt. Die Brigitte ist da gerade eine gute Vorlagengeberin, denn auf den aktuellen Brigitte Fashion Events sehen die Zuschauer der Modenschau, in Frankfurt in der Naxoshalle, auch nicht nur normale Kleidung. Es sind Ideengeber für den Alltag, aber manches was dort gezeigt wurde ist nicht unbedingt für den Alltag bestimmt (Cowboy und Indianer) und wohl kaum für den täglichen Bürobesuch gedacht. Dennoch sei an dieser Stell erwähnt, dass die gezeigten Ideen und modischen Trends auf alle Fälle eine gewisse Vorfreude auf den Sommer erzeugen, vor allem wer es mag, wenn die eigene Frau ständig ohne BH durch die Gegend laufen würde, bzw. als Frau eben immer ohne durch die Gegend läuft. Frauen die keine BHs tragen sind aber jetzt und hier kein Thema.

Ohne BH bringt mich aber wieder zurück zu Sina Teigelkötter und ihrer Kolumne in der Brigitte.

Dort schreibt sie „Denn ein BH, der einfach nur ein BH sein will, gibt es nicht mehr.

Was beim Herrn das Slim ist, ist bei der Dame das Shape. Denn beim Manne geht es um den schlanken und ranken Körper, nicht um den ausdefinierten und sportlichen Körper (Marathonläufer sind natürlich sportlich), und bei den Frauen soll das schlanke und glatte eben nicht gezeigt werden, sondern es soll geshapt und gepusht werden. Was bei dem einen zu viel ist, wenn es um das Hemd geht, ist bei der einen zu wenig und wird mit dem gesparten Stoff aus den Herrenhemden im BH wieder gepusht. Die Effizienz der Produktion!

Der Satz von oben könnte natürlich auch lauten: „Denn ein Hemd, das einfach nur ein Hemd sein will, gibt es nicht mehr“.

Auch wenn mancher Kommentator, oder Kommentatorin bei Xing auf die Beratungskompetenz der Verkäuferinnen und Verkäufer setzt, so ist es doch damit teilweise weit hergeholt. Denn auch im Bekleidungseinzelhandel muss der Absatz stimmen, dies weiß nun jeder der schon einmal einen fürchterlich an einem schlabbernden Anzug anprobiert hat und dann die Stimme hinter sich sagen hörte „Sitzt super!

Sina Teigelkötter verweist auf das gleiche Problem bei der Anprobe rund um die „Problemzonen“, denn auch hier ist Umsatz natürlich King (eigentlich ja Cash) und so manche Frau landet aus eben diesem Grund in Dessous die dann vom liebenden Mann nicht nur aus Lust vom Körper der geliebten Partnerin gerissen werden, sondern auch aus Verzweiflung, weil das Normale wegge“spanx„t wurde.

Herr Meier, was willst du uns nun sagen? Das du zu dick bist und deshalb sauer auf die Modeindustrie, dass du es gut findest, wenn Frauen keine BHs anziehen, wie die Models bei der Modeschau in der Naxoshalle, oder was jetzt?

Gute Frage, mir geht es wie Frau Teigelkötter. Ich finde es eben schön, wenn es noch eine gewisse Orientierung bei Kleidung gibt die einem das Gefühl gibt das richtige einzukaufen. Viel wichtiger als Slim, Shape, Push oder Custom ist doch passende Bekleidung zu finden,ohne gleich zum Maßschneider gehen zu müssen. Hemden dürfen körperbetont sein, Bhs dürfen kaschieren und modellieren, Hosen dürfen spanxen und Hemden tailoren, aber es muss klar sein was drin ist, wenn wir es kaufen.

Wichtiger als Slim-Fit fände ich mal Hemden mit kürzeren Armen, Hemden mit Überlänge gibt es schließlich auch (ok und bei Walbusch auch mit kurzem Arm, aber bei P & C fänd ich es auch mal gut). Kurzer Arm würde wohl nur blöd klingen „Short Sleeve cut“ oder „Cuted Sleeves“.

blush_2 Ganz am Ende muss ich aber noch auf einen tollen Laden in Berlin zu sprechen kommen, schlicht und einfach weil mir die Zeit für einen weiteren Artikel fehlt, es aber hier und jetzt auch um Dessous ging. In Berlin gibt es Blush, einen tollen Laden rund um das Thema Dessous, und auch für Männer gibt es da nette Unterwäsche. Mit der Bahn bis zum Alexanderplatz und dann ab in die Rosa-Luxemburg-Strasse 22. Gegenüber ist eines der ältesten Berliner Sex-Kinos, aber das würde jetzt irgendwie nicht mehr ganz zum Thema passen.

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