Mainhatten

Ave RMV – Die Leidgeprüften der Linie 33 grüßen Dich

RMV-Busschule_Logo Busbahnhof Frankfurt am Main Hauptbahnhof (wenn die Ansammlung von Haltestellen so genannt werden kann), die Uhr zeigt 08.56 Uhr und eine größere Menge von Menschen wartet bei

a) leichtem Schneefall
b) Regen
c) brütender Hitze
d) undefiniertem Wetter

auf einen Bus der Linie 33. Abfahrt sollte um 08.57 Uhr sein.

Ein Bus der Linie 33 nähert sich dem Busbahnhofsgebilde und fährt zum Halteplatz für wartende Busse. Hoffnung keimt auf, denn es könnte sein, dass dieser Bus uns erlöst und uns endlich zur Arbeitsstelle bringt. Einige von uns Wartenden sind schon länger unterwegs und haben bereits die Hürden einer U/S-Bahn-Fahrt aus dem Umland oder einer Fahrt mit einem RE aus dem noch weiteren Umland hinter sich gebracht. In manchen Gesichtern sind die Spuren des sich morgendlich wiederholenden Martyriums aus Warten, nicht informiert werden, zu spät kommen, Anschluss verpassen und sich Ärgerns deutlich zu erkennen. Der Idealismus sich politisch korrekt zur Arbeit zu begeben und nicht das Auto zu benutzen wird jeden Tag auf eine harte Probe gestellt.

Denn bereits zu oft hat die Gemeinschaft der Pendler darauf gewartet, dass der Bus auch wirklich fährt, denn der Teufel ist bekanntlich ein Eichhörnchen und im Falle der Linie 33 ein Eichhörnchen in Busfahrergestalt. Mit diabolischem Grinsen verkündet der Fahrer des um 09.00 Uhr an die Halttestelle rollenden Bus „Bus 35 – nix 33“ und fährt mit drei Fahrgästen Richtung Sachsenhausen davon.

Die vom Warten gemarterten Fahrgäste lassen ein Wehklagen aufsteigen und ergeben sich in ihr Schicksal. Einige der Jüngeren und Unverzagten aus der Gruppe machen sich auf den Weg und versuchen mit einem strammen Fußmarsch möglichst pünktlich zur Arbeit zu kommen, in der Hoffnung, dass Ihnen kein Heller vom Lohn abgezogen wird. Andere aus der Gruppe warten weiter auf einen Bus der da kommen soll, denn dafür haben sie sich von ihrem Lohn die Monatskarte für die alltägliche Fahrt über den Styx zusammengespart. Alleine Charon kennt seinen Fahrplan nicht und so warten viele von uns auf ihre Fahrt. Das Warten ist nicht immer vergeblich, an manchen Tagen rollt ein Bus aus dem Nichts und fern jeder zeitlich begründbaren Konstellation auf die Leidgeprüften zu.

Charon der Fährmann über den Styx hat einen Stellvertreter gesendet, einen der fernab jedes Fahrplans und jeglichen Talents für das Fahren eines Busses die Gruppe der wahrhaft Aufrichtigen an ihre Werkbänke im Westhafen fährt.

Wenn es nicht der traurigen Realität entsprechen würde, dann könnte selbst ich über meine eigenen Worte lachen, aber leider ist es so wie beschrieben. Die Buslinie 33 ist an manchen Tagen der Gipfel der Frechheit, wenn es um den Service des RMV geht. Abgesehen von ausfallenden Zügen aus verschiedensten Gründen, der Nullinformationspolitik des RMV und den hoffnungslos überzogenen Fahrpreisen ist die Linie 33 so etwas wie Gottes Geduldsprobe für alle die mehr oder weniger freiwillig den öffentlichen Nahverkehr nutzen.

Die Busfahrer kennen offenbar die Routenplanung und den Fahrplan nicht, sie können sich teilweise nur bruchstückhaft mit den Fahrgästen verständigen & einen Bus fahren können sie in vielen Fällen so, als ob sie Vieh transportieren würden, bzw. bisher nur Traktor gefahren wären.

Beschwerden laufen offenbar komplett in ein Nirwana, denn die beschriebenen Zustände gibt es von Anbeginn der Linie 33 (Hauptbahnhof-Westhafen und zurück).

Mir ist durchaus bewusst, sowie einigen Mitfahrern wohl auch, dass die Vergabepolitik an den günstigsten Anbieter hier eine große Rolle spielt. Wer für seine Leistung kein Geld bekommt, der kann auch keine Fachkräfte einstellen.

Diese Spirale findet in vielen Bereichen statt und der Kunde ist der Dumme und fragt sich was passiert eigentlich mit den Geldern für meine Fahrkarten. Eine Frage die sich mir auch immer stärker aufdrängt. Wann ist eigentlich der Geschäftsführer des RMV das letzte Mal mit einem seiner Transportmittel gefahren? Vielleicht könnte die regelmäßige Nutzung des eigenen Serviceangebots zur Verbesserung der Service beitragen, anstatt sich nur Verspätungsstatistiken anzusehen um später die Dienstleister mit Konventionalstrafen zu belegen.

Vielleicht fährt einfach mal Daniel mit der Linie 33, oder die Fahrer besuchen die coole RMV-Busschule 🙂 .

Als eigentlich überzeugter Nutzer des ÖPNV möchte ich mit den tröstenden Worten aus der Bergpredigt schließen:

Selig seid ihr, die ihr hier hungert; denn ihr sollt satt werden. Selig seid ihr, die ihr hier weinet; denn ihr werdet lachen.

Bild(er): VGF und RMV

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