Reise

Es ist Nachsaison

Nachsaison an der Costa Blanca An der Costa Blanca, also der Ecke in Spanien die zwischen Valencia (Vorrundengegner des FCB in der CL) und Alicante liegt, ist Nachsaison. Die Strände sind leer, ein paar Spanier liegen an den schönen Stellen rum und die Deutschen und die Holländer kommen dazu, die Kneipen haben die Preise reduziert und in den vernünftigen Lokalen gibt es auch ohne Reservierung noch ein Stück Fleisch für den weitgereisten Touristen aus Rettungsschirmland.

Blick auf Benidorm Nur die Engländer haben irgendwie wieder was verpasst und liegen weiterhin am Strand von Benidorm rum und werden auch zu dieser Jahreszeit noch schön rot, aber so ist er eben der Engländer, er steht eben auf SM und vergisst eben immer die Sonnencreme. Der Rotrock hat so die Welt erobert und ein Commenwealth verloren und gewinnt auch sonst wenig an Erfahrung dazu. Das ist aber nebensächlich, denn die Costa Blanca bietet einem jeden Menge schöne Ecken und dies ganz ohne hässliche Hochhausbauten.

Leider haben die Spanier es geschafft einen schönen Küstenabschnitt richtig zu verbauen, aber es gibt ja das Hinterland. Hier hat die Gier der Investoren nur in der gemässigten Form zugeschlagen und jede Menge „Urbanicationes“ an die Flanken der Berge gepflanzt, was die Berge nicht unbedingt schöner macht, aber sie besser aussehen lässt als ihre flachen Schwestern die „Cala“´s und ihre Hotelbauten aus den hübschen 70´er Jahren.
Der Charme der Siebziger Nicht alle Strände sind nun verwaist, einige sind supervoll, aber da lohnt es sich eine  weiten Bogen herumzufahren, denn wenn es in der Nachsaison hier noch voll ist, dann ist der Preis niedrig und die Qualität der Betten an diesen angepasst.
Das klingt jetzt ziemlich hart, soll es auch sein, denn ich habe mich in den letzten Tagen schon gefragt was hier an den Buchten von Benidorm, Calpe & Denia passiert ist. Der blanke Hans des Tourismuswahns ist hier über die Küstenabschnitte gekommen und hat wahre Spuren der Verwüstung hinterlassen. Wer wissen möchte wie Tourismus auf Dauer in die Hose gehen muss, der sollte einmal den Abschnitte zwischen Valencia und Alicante befahren. Das beste Beispiel für das was ich hier zu beschreiben versuche ist der Ort Calp (spanisch Calpe). Der Penyal d´Ifac ragt hier aus dem Meer und verleiht der Bucht eine einzigartige Silhouette, wenn da nicht die einzigartig hässlichen Hotelbauten wären.

Schöne Ecken So zieht sich die Tragödie die gesamte Küste entlang, einige wenige schöne Buchten in der Nähe des Cabo Nao haben es geschafft sich dem Bauboom zu entziehen und warten wohl nun auf die Entdeckung durch Touristen die es „natürlich“ mögen, bzw. darauf das die Villen der ehemals wohlhabenden Besitzer bald einen neuen Eigentümer finden, der keine Baugenehmigung für ein mehrstöckiges Gebäude bei sich hat.

Denn es ist nicht nur Nachsaison im touristischen Sinne, auch wirtschaftlich sind die goldenen Zeiten hier an der Küste deutlich vorbei. Se vende ist das Schlagwort an der Costa Blanca und wohl auch im Rest von Spanien. Gefühlt steht „Se vende“ an jedem dritte Haus in den touristischen Ecken und auch dort wo früher die Deutschen, Holländer und Schweizer die Pesete und den Euro zum rollenden Rubel gemacht haben ist heute eher Geisterbahnstimmung denn Allzeithoch, sprich auch die Postkarten-/ und Handcraftläden stehen zum Verkauf.

Die Nachsaison hat ihre guten Seiten für die Touristen die ein schönes Fleckchen gefunden haben und die bunten und traditionsreichen Ecken entdecken können (mehr dazu im nächsten Blogbeitrag unter dem Stichwort Borja), aber definitiv ihre Schattenseite für alle die nun auch wirtschaftlich in der Nachsaison spielen müssen, auch noch dann wenn woanders schon lange wieder Highseason ist.

Ein Trost bleibt: Ryanair fliegt mehrmals täglich die Bewohner des Vereinigten Königreichs an ihre Lieblingsstrände rund um Benidorm, wenigstens hier ist dauerhaft Happy Hour für und mit Sex on the Beach zu Dauerniedrigpreisen 🙂

 

 

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