Mainhatten

Der natürliche Feind des Radlers: Der SUV und der Radweg

Wer in Frankfurt mit dem Rad unterwegs ist, der lebt teilweise gefährlich. Der Grund dafür liegt in den zwei natürlichen Feinden des Radfahrers in Frankfurt begründet. Zum einen gibt es da den SUV und zum anderen die Radwege. Beim SUV tritt die Gefährdung besonders dann auf, wenn er im Rudel unterwegs ist. SUV werden häufig von jungen Müttern gefahren, die nur in einem großen Auto den Gefahren der Großstadt begegnen können. Der SUV dient dazu die Kleinen in den Kindergarten und zum Tennis-/Klavier-/Mandarinunterricht zu bringen und enge kleine Seitenstrassen vollzustellen. Im Rudel tritt der SUV oft vor Kindergärten und Schulen auf, am Nachmittag dann gerne vor Yogastudios und kleinen Boutiquen. Der SUV ist breit und groß, die Strassen in Frankfurt an manchen Stellen eher klein und schmal.

In der Kombination mit Radwegen die gegen die Einbahnstrasse befahren werden dürfen ergibt sich hier ein gigantisches Gefährdungspotenzial für Radfahrer. Im Gegensatz zur allgemein gängigen Praxis, wonach ein Auto mit erhöhter Fahrerkabine für einen besseren Überblick über die Verkehrslage sorgt, ist es beim gemeinen Mutti-SUV proportional zur Größe des Autos umgekehrt. Alleine die schiere Größe des Gefährts versetzt offenbar die Fahrerin in einen Zustand des frühen Kreidezeitalters.

Somit wird alles niedergewalzt was sich dem Muttergefährt in den Weg stellt. Zebrastreifen, Vorfahrtsregelungen, eng geparkte Autos, Radwege, Halteverbotszonen und Hofeinfahrten sind Bedrohungen die mit der Kombination aus Geschwindigkeit und Größe eingeschüchtert werden und dann platt gemacht werden. Hier hilft nur der angeborene Fluchtrieb des Menschen weiter. Sobald sich ein fahrender SUV einem Radfahrer nähert, gibt es nur noch einen Ausweg – weg von hier. Der beschleunigende SUV wird dich nicht sehen, er wird an die vorbeirasen und der Luftzug des Außenspiegels kann ausreichen um dich gegen andere Fahrzeuge zu werfen, der letzte Millimeter wird aus dem Fahrzeug herausgeholt und für sich beansprucht, der SUV wird der Sieger sein, wenn der Radler nicht aufpasst.

Die Stadt Frankfurt hat sich als weitere Maßnahme zum täglichen Überlebenskampf des radfahrenden Stadtbewohners lustige Radwege ausgedacht. Lustig deshalb, weil sie teilweise mitten im Nichts enden. Unangekündigt und ohne jede Vorwarnung hören Radwege genau dort auf, wo sie eigentlich beginnen sollten.

Gefährliche Kreuzungen und mehrspurige Strassen sind in Frankfurt regelmäßig so etwas wie ein Kriegsschauplatz. Einsam und alleine muss sich der Radfahrer seinen Feinden stellen. Keine Kavallerie die einem in Form eines Radwegs zur Hilfe eilt, viel mehr noch zugeparkte Fußgängerwege die einem, gegen die Vernunft und die StVO, Zufluch bieten können. In Frankfurt sind Radwege teilweise die größte Bedrohung für Radfahrer, eben fühlt Radler sich noch sicher, da parkt ein LKW auf dem Radweg, nur ein schnelles Ausweichmanöver hilft hier weiter. Dann wieder unterbrochene Wege, dann wieder zugeparkte Radwege oder nicht ausgeschilderte Radstrassen. Es ist jeden Tag gefährlich mit dem Rad durch Frankfurt zu fahren, der Stadt die sich als Greencity beworben hat.

Frankfurt ist mit die autofreundlichste Stadt in Deutschland und jeder Radweg dient dem Magistrat nur dazu die Klientel ein wenig zu beruhigen. Ernst wird in Frankfurt wohl kaum gemacht, wenn es im die Rechte der Radfahrer geht, oder warum dürfen Radwege als Parkplätze benutzt werden ohne das sich auch nur ein Beamter der Stadtpolizei blicken lässt?

Radwege können sich gut in bestehende Verkehrswege integrieren lassen, ein Blick über die Grenzen Deutschlands, z.B. nach Luxemburg, kann helfen. Wer möchte, dass sich Radler sicher fühlen muss akzeptieren, dass Autofahren unbequemer wird. Dies ist aber wohl noch ein langer Weg in Mainhatten.

1 Kommentar

  1. Pinkback: Ein Tag in Frankfurt | meiersworld.de

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