Buch und eBook

Reiches Erbe – Leons Brunetti darf zum zwanzigsten Mal ran

Wenn Schweizer Autos bauen würden, dann wären es sicherlich die teuersten Autos der Welt. Bei Büchern ist dies zumindest so, denn Diogenes Bücher gehören mit Abstand zu den optisch anspruchvollsten, aber sie sind eben auch teuer. Dies aber nur am Rande, denn eigentlich geht es natürlich um Commissario Brunetti und seinen zwanzigsten Fall.

Brunetti hat es mal wieder nicht leicht, geplagt von seinen Kindern und ihren Ansichten, seiner oft am Rande der Legalität handelnden Kollegin Elettra, den verpassten Mahlzeiten und einem Vorgesetzten der immer dann zufrieden ist, wenn ein Fall möglichst schnell bei den Archivaren landet, muss er sich um den Tod einer alten Dame kümmern.

Tot ist die alte Dame zwar, aber eigenlich nicht so das sich die Polizei darum kümmern müsste, so scheint es zumindest. Während alle mit der Diagnose des medico legale zufrieden wären, und so ein Herzversagen die Senioren in den Himmel geschickt hätte, ist es Brunetti der unentwegt zweifelt.

Donna Leon hat im zwanzigsten Roman rund um den venezianischen Ermittler, noch stärker als in den letzten Romanen, Brunetti moralisieren lassen. Ob Computerzugriffe seiner Kollegin Elettra, der von Korruption zerfressene italienische Staat, teure Markenschuhe und nahe an der Unwahrheit argumentierende Nonnen, alles sorgt für ein starkes moralisches Unbehagen bei Brunetti.

Am Ende der etwas über 300 Seiten bleiben dann auch mehr Fragen offen, als Antworten gegeben wurden. Ein Roman für dunkle Tage mit Regen, denn er führt einem zu oft die Wahrheit der Welt vor Augen.

Und weniger gegessen und getrunken wird auch noch…..

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.