Mainhatten

Früher ist alles besser gewesen, auch bei Call-a-Bike in Frankfurt!

Als Call-a-Bike das Licht der Welt erblickt hatte, kam es mir wie ein Wunder vor. Denn die Deutsche Bahn AG hatte zum ersten Mal in der Firmengeschichte mit einem uralten Prinzip gebrochen, nämlich die Nutzer ihrer Angebote nur von einem Punkt A zu einem Punkt B zu bringen. Zugegeben dies ist bei einem öffentlichen Verkehrsmittel, welches für eine breite Masse zugänglich sein soll, auch nicht anders möglich.

Mit CAB betrat die Bahn Neuland, aber sie tat es positiv. Mobilität wurde wirklich zu einem eingehaltenen Versprechen. Ich konnte meine Fahrt mit dem Zug, der S-Bahn oder dem Bus mit einem Transportmittel fortführen, welches mich nicht von einem Fixpunkt zum anderen Fixpunkt brachte, gerne können wir diese Fixpunkte auch Bahnhöfe nennen.

Call-a-Bike schaffte es die städtische Bevölkerung für ein Produkt der eher ungeliebten Bahn zu begeistern. Mit dem wirklich gut kalkulierten Jahresabo wurde auch noch ein wirtschaftlicher Anreiz geschaffen dieses Transportmittel der Bahn regelmäßig zu nutzen. In meinen Freundes-/Bekanntenkreis wuchs die Anzahl der Nutzer sprunghaft. Auf fast keinem Smartphone fehlte die CAB-App.

Dann erreichte mich der Newsletter von Call-a-Bike zum Saisonstart in Frankfurt und ich traute meinen Augen nicht, alles das was CAB so einfach und genial gemacht wurde, was der Bahn Pluspunkte gebracht hatte und was den Mobilitätskonzern wirklich zu einem Menschen mobil machenden Unternehmen gemacht hatte, wurde abgeschafft.

Anstatt mit der Einführung von GPS an den Rädern die Mobilität weiter zu steigern, wurden quasi Bahnhöfe für Räder eingeführt. Das alte Prinzip der Haltestelle für Räder zum Muss gemacht, wenn der Nutzer nicht mit Strafzahlungen bombardiert werden will, dann fährt er nun brav mit dem Rad von Haltestelle zu Haltestelle und läuft dann zu Fuß zum Ziel. Attraktiv ist das nicht, und selbst die Rückgabepunkte sind teilweise so schlecht gekennzeichnet, dass es einem nicht klar ist wo das Radl hin soll.

Es ist sehr bedauerlich, dass eine gute Idee – Mobilität für eine urbane Stadtgesellschaft zu entwickeln – nach kurzer Zeit in die Steinzeit des ÖPNV-Denkens zurückgeführt wurde.

Vielleicht müssen wir CAB-Nutzer unseren Unmut durch massenhaftes Verweigern der Rückgabepunkte zum Ausdruck bringen und so sie Bahn wieder zur Rückkehr des alten, besseren, Systems bewegen.

Früher ist ja immer alles besser gewesen!

1 Kommentar

  1. Volker

    Ich glaube CAB versteht das Problem nicht. Vielleicht müsste man mit einem Flashmob mal alle Bahnfahrräder aus Protest zu einer Station fahren:) ist einfach nur Abzocke. Für mich passt das Wort Strafgebühr schon nicht zu einem Umgang mit Kunden

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