Politisches

Also das Allerschönste, was Füße tun können, ist: Tanzen

Die Gruppe O.K. hat in den achtziger Jahren mit der im Titel genannten Textzeile aus dem Song Okay sicherlich nicht an eine Diskussion um das Tanzverbot an den stillen Feiertagen, wie Karfreitag, gedacht.

Mir fiel aber beim Lesen der einzelnen Argumente, welche sich die Befürworter eines Tanzverbots und die Gegner um die toleranten Ohren schlugen, ebendiese Textzeile wieder ein und da ich sie auch passend fand, wählte ich sie als Überschrift für diesen Blogbeitrag zum Tanzverbot.

Während der letzten Tage wurde in verschiedenen Medien immer öfter über den bevorstehenden Proteststurm von Tanzfreunden berichtetet die sich gegen das Tanzverbot lautstark zu Wort meldeten und von verschiedenen Gruppierungen und Parteien dabei eifrig unterstützt wurden, weil Protest für manche die einzige politische Aussage ist die sie haben.

Für manchen Tanzmuffel mag die Aussage nicht stimmen und auch für verbissene Läufer ist tanzen nicht die allerschönste Beschäftigung für ihre Füße, aber eine schöne Tanzveranstaltung und die dazugehörigen Bewegungen sind eine feine Sache.

Trotzdem vermisse ich nichts, wenn ich ausgerechnet am Karfreitag nicht einer wie auch immer gearteten Tanzveranstaltung fernbleiben muss, weil diese aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht stattfinden kann. Offenbar geht dies aber vielen Menschen nicht so, ein Tanzverbot stellt für sie einen unerlaubten Eingriff in ihre seelische Unversehrtheit dar. Zumindest muss einem dies so vorkommen, wenn man sich einmal in die Argumentation in Foren, bei Twitter oder auf den Plattformen von Tageszeitungen oder Stadtmagazinen einliest.

Aktuell sind die Piraten voll auf der Welle der hedonistischen Tanzbewegung, ebenso wie die Grüne Jugend Hessen. Voller Freude möchten sie an diesem Tag singen, tanzen, lachen, springen und ihren Frühlingsgefühlen freien Lauf lassen. Aus diesem Grund führen sie den Kampf gegen das, zugegeben recht strenge hessische Gesetz, mit einem fast fanatischem Eifer und dem unpassend Aufruf „Zum Teufel mit dem Tanzverbot“.

Was mich persönlich an der Diskussion stört ist die Art und Weise wie die Gruppierungen (Piraten, Grüne, Linke) die sonst immer die Fahne der Toleranz mit Inbrunst schwenken, wenn es um ihre Ziele geht, nicht bereit sind, ein wenig Toleranz gegenüber einer immer noch recht großen Gruppe von Menschen in diesem Land, den Christen, zu zeigen. Demos und Tanzveranstaltungen würden Gottesdienste nicht stören sagen sie, melden aber Orte wie die Kölner Domplatte oder den Römer in Frankfurt als Orte für ihre Demonstrationen und Veranstaltungen an. Also Orte in der Nähe von Kirchen und Zugwegen von Prozessionen. Hier möchten die Organisatoren doch eher provozieren anstatt friedlich auf ihre Bedürfnisse hinzuweisen.

Friedrich der II. von Preußen hat es schon richtig gesagt „Jeder soll nach seiner Façon selig werden”, daher kann auch jeder gerne tanzen wann er möchte, wenn dies nicht dazu führt, dass der eigentliche Grund für einen Feiertag ad absurdum geführt wird.

Und genau das passiert doch, wenn an dem Tag an dem die christlichen Kirchen dem Leiden und Sterben Christi gedenken, fröhlich getanzt und gesungen wird, als ob Karfreitag ein normaler Wochentag sei.

Ein hoher christlicher Feiertag ist der Anlass für einen freien Tag, zur Besinnung und Ruhe, und eine Gruppe von Menschen die diesen Tag nutzen kann, obwohl ihnen evtl. die Herkunft dieses freien Tages abhanden gekommen ist, verlangt sich ausleben zu können. Ohne Karfreitag, ohne diesen Feiertag, der nun einmal ein christlicher Feiertag ist, würde es die Diskussion nicht geben, weil in einer atheistischen Welt dieser Tag nicht frei von der Arbeit wäre und somit auch kein zusätzlicher Tanztag vorhanden wäre.

Tolerant wäre es diesen Tag anzunehmen und sich einmal zu überlegen was der Grund für diesen Feiertag ist, und ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt sich mit Freunden zu treffen und einen schönen Abend zu haben, auch ohne laute Musik und die schöne Bewegung der Füße.

1 Kommentar

  1. „Aktuell sind die Piraten voll auf der Welle der hedonistischen Tanzbewegung, ebenso wie die Grüne Jugend Hessen.“ Ach je, die selben Protagonisten wie bereits im letzten Jahr- und offenbar leider auch wieder auf ähnlich niedrigen Niveau. Schade eigentlich.

    Schöner Artikel zu diesem Thema, wünsche Frohe Ostern.

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