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Road Works, Biker, Regen und Dessous

Die Route 62 in Südafrika ist eine Touristenattraktion, und es ist fast eine Verpflichtung diese befahren zu haben, denn hier zeigt Südafrika einen nicht unerheblichen Teil seiner facettenreichen Landschaft. Von Oudtshoorn nach Franschhoek sind es rund 460km und es geht zu einem großen Teil durch die Kleine Karoo, die, der Name sagt es schon, kleine Schwester der Karoo. Eine Art Halbwüste mit einer einzigartigen Landschaft, die von unglaublichen Bergsilhouetten geprägt ist. Auf der Fahrt nach Franschhoek werden Orte wie Calizdorp und Montagu durchfahren, ein Stop lohnt sich alle mal, denn auch hier wird Wein angebaut und die Ort bieten die Möglichkeit für eine kurze Rast.

regen in der kleinen karoo Uns bot sich neben den klassischen Attraktionen der Vegetation noch ein weiteres Schauspiel der Natur: Regen!

Es regnete wirklich, sehr zur Freude der Südafrikaner, denn in den letzten Wochen hatte sich hier kein Regen blicken lassen und so wurde der länger anhaltende Regen wirklich ersehnt. Uns bot sich dadurch ein vollkommen neuer Blick auf Strasse und Landschaft, sowie die Möglichkeit begleitet von Donner und Blitz zu einem der spektakulärsten Haltepunkte auf der R62 zu gelangen.

Ronnies Sex Shop Für die vielen Biker auf der R62 ist nämlich Ronnies Sex Shop der Haltepunkt überhaupt, hier gibt es alles was das Bikerherz begehrt: Eine Toilette, Andenken, deftige Musik, Bier und jede Menge Unterwäsche von durchreisenden Damen aus purer Liebe zu diesem Ort (bei foursquare ist ein Check-In fast unmöglich, denn die Mobilfunkverbindung ist an diesem Ort eine echte Nebensache) ausgezogen und über der Bar platziert.

Eigentlich ist Ronnies Sex Shop eine ganz normale Bar, aber solange diese nur Ronnies Shop hieß und die Durchreisenden dort eine kalte Cola und ein paar Fritten kaufen konnten, wollte keiner so recht anhalten. Gute Freunde ergänzten über Nacht das Wort Sex im Namen der Bar und schon wurde die alte Marketingweisheit „Sex sells“ wieder einmal wahr! BH - Bar Das Geschäft brummt und Damen aus aller Herren Welt, ob Bikerin oder nicht, lässt gerne einmal ein Bekleidungsutensil als Erinnerung vor Ort.

Herrenunterwäsche gibt es bei Ronnie über der Bar nicht wirklich, dafür pflastern die Herren der Schöpfung die Bar mit der modernen Form der Sch****verlängerung: Der Visitenkarte. So erfahren wir dann auch, welche Vorstände deutscher Volksbanken sich schon bei Ronnie ein Bierchen gegönnt haben und das wichtige Persönlichkeiten der deutschen Verlagslandschaft auch schon bei Ronnie eine Pinkelpause gemacht haben.

Nach dem wir weder BH noch Visitenkarte vor Ort gelassen hatten, als Polofahrer sahen wir hier keine direkte Verpflichtung, ging es weiter auf der R62 gen Montagu.

Wie gefährlich ein Ritt auf dieser wunderschönen Strasse sein kann, wenn bei Ronnie evtl. die Endorphine zu sehr in Wallung gebracht werden, konnten wir leider auch live erleben. Ein Motorradfahrer hatte sich auf der nassen Strasse zu sehr in die Gegenfahrbahn gewagt und stieß dort mit einem anderen Fahrzeug zusammen. Auch wenn die Strassen in Südafrika oft nicht so stark befahren sind wie unsere Strassen, so ist es doch mehr als ratsam auch hier sehr vorsichtig zu fahren und damit zu rechnen, dass hinter dem nächsten Berg oder Straßenbiegung doch etwas sein könnte.

Roadworks auf der R62 Nach den Bikern, dem Regen und den BH´s gab es auf den letzten 200 Kilometern dann noch eine Anhäufung von Road Works, jede Menge Baustellen reihten sich wie Perlen an einer Kette hintereinander und wir konnten so die Konzeption einer südafrikanischen Baustelle studieren. Zu Beginn jeder Baustelle gibt es einen Trupp aus zwei bis drei Leuten die den Verkehr stoppen oder wieder in Bewegung setzen, dazu dienen Ampeln oder Schilder mit „RY – GO“, bzw. „Stop“ als klare Ansage. Dann folgt meistens ein Bautrupp aus Menschen und Maschinen, wobei bei den Bautrupps die schwarze Muskelkraft überwiegt und es offenbar jede Menge Vorarbeiter gibt. Oft arbeiten zwei Leute und ca. drei bis fünf weitere Personen stehen daneben und passen auf.

Den Topjob haben die Jungs die in einem Pick-Up die Baustelle auf und ab fahren und den Gesamtabschnitt kontrollieren, bzw. zwischen den beiden Enden/Anfängen der Baustelle hin-/herpendeln und nachsehen ob der Verkehr innerhalb der Baustelle läuft.

Unser Gesamteindruck dieser Maßnahmen ist durchaus positiv gewesen, denn wir hatten nie das Gefühl zu lange warten zu müssen und sind ziemlich beeindruckt gewesen in welchem großen Umfang hier Baustellensicherung betrieben wird.

Am Ende der Tour hatten wir dann unser Ziel heil erreicht und unser Auto auf dem Parkplatz abgestellt, dann parkte ein Hotelgast aus und wir hatten eine Beule im Auto. Wie südafrikanisches Versicherungspaperwork funktioniert wird demnächst hier erklärt.

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