Politisches

Liveticker bei kriegerischen Auseinandersetzungen?

Spiegel, Bild und viele andere Medien liefern den Leserinnen und Lesern ihrer Onlineangebote aktuelle Liveticker von den Geschehnissen u.a. in Libyen.
Es ist selbstverständlich, dass in der heutigen Informationsgesellschaft eine laufende Berichterstattung über einen kriegerischen Konflikt notwendig ist, und auch nachgefragt wird.

Für mich stellt sich nur die Frage, ob die Bezeichnung Liveticker glücklich gewählt ist. Dieser für mich in der Sportberichterstattung verankerte Begriff sorgt für eine bestimmte Art von „Verniedlichung“.

Ein Krieg ist wie ein Fußballspiel es geht hin und her, es werden Tore erzielt und Fouls gespielt. Dies kann ich alles auf einen Krieg übertragen. Geländegewinne und tote Gegner sind die blutige Variante des Spiels. Mit einem Liveticker wird ein echter Krieg zu einer Art Kriegsspiel bei dem der neugierige Leser des Livetickers immer weiß, an welchem Frontabschnitt sich gerade etwas tut.

Die Information über die Vorgänge in z.B. Libyen sind wichtig, aber fraglich ist für mich die Verpackung in dem diese gereicht werden. Ein Liveticker ist eine unpassende Form der Verpackung für einen Krieg in dem Menschen sterben.

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