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Zu spät: Die Schoßgebete von Charlotte Roche kommen nicht pünktlich.

Schoßgebete von Charlotte Roche bei Piper erschienen Eigentlich wollte ich es wie der Spiegel machen und einen möglichst reißerischen Titel für diesen Blogeintrag wählen, in der Art wie „Wenn der Blow-Job zu spät kommt“ oder „Mit Verspätung zur Fellatio“, aber da ich im Gegensatz zu den Damen und Herren des Spiegel noch kein Exemplar des neuen Romans von Frau Roche in den Händen halte, geschweige den in meinem Schoß liegen habe, muss ich mich auf die profane Feststellung „Die Schoßgebete kommen nicht pünktlich“ reduzieren.

Nach Frau Roches Erstlingswerk „Feuchtgebiete“ hatte ich mir natürlich auch – Schoßgebete – bestellt, aber amazon.de musste mich gestern Abend mit folgender Mail auf eine kleine Liefervezögerung hineisen:

Guten Tag,

wir haben eine wichtige Information zu Ihrer aktuellen Bestellung (Bestellnummer im Betreff).

Aufgrund der verspäteten Anlieferung des Artikels ‚Schossgebete‚ (349205420X) durch den Verlag ist der rechtzeitige Versand dieses Titels zum Erscheinungstag, dem 10.8.2011, voraussichtlich leider nicht möglich.

Wir bitten Sie dafür ganz herzlich um Entschuldigung! Selbstverständlich werden wir Ihnen den Artikel so schnell wie möglich nachsenden. Der späteste Liefertermin ist voraussichtlich der 11.8.2011.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

(Dies ist eine automatisch versendete E-Mail. Bitte antworten Sie nicht auf dieses Schreiben, da die E-Mail-Adresse nur zum Versenden, nicht aber zum Empfang von E-Mails eingerichtet ist.)

Freundliche Grüße

Kundenservice Amazon.de
http://www.amazon.de
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Denn was es mit der Schilderung von zwanzig Seiten Oralverkehr im neuen Roch´schen Roman auf sich hat, kann ich natürlich erst sagen, wenn ich mich selber von der Handlung ein Bild gemacht habe.

Solange vertröste ich mich eben mit den Worten von Christian Buß aus der Spiegel Online Redaktion, der u.a. über Schoßgebete schreibt:

Eine riskante Strategie hat die Bestsellerautorin Charlotte Roche für ihr zweites Werk gewählt, das von ihrem Verlag in einer optimistischen Startauflage von einer halben Million Exemplaren in die Läden gestellt wird: einen Sexroman, der als Mischung aus Frauenzeitschriftenkolumne und Bewusstseinsstrom im Stile James Joyces ins Innere einer modernen Multitaskerin vordringt. Da wird auch und gerade der Sex zum Mittel der Selbstdarstellung und Selbstreflexion.

Offenbar wird der neue Roman ein Wechselspiel zwischen Selbsttherapie und möglichst viel sexuellen Schilderungen sein, denn auch hier weiß Buß schon

„….Erzählt Roche vom Sex, dann funkelt ihre Sprache, dann schlägt sie wunderbare Haken, führt auf diese Weise in verborgenste, in hellste und düsterste Winkel des menschlichen Bewusstseins. Erzählt sie über ihr Trauma, dann kübelt sie einfach nur ihren seelischen Müll vor dem Leser aus: Seht her, so schlecht ging es mir!„.

Es wird also spannend für die Leserschaft, denn offenbar müssen wir uns entscheiden, ob wir uns ankübeln lassen wollen und dies der Autorin verzeihen wenn wir uns den evtl. stimulierenden Worten der Schoßgebete hingeben, oder ob wir den großzügig geschilderten Sex (20 Seiten Blow-Job zu Beginn eines Romans sprechen hier eine deutliche Sprache) ablehnen und in das sicherlich stattfinde Geheule über den Verfall der Moral in unserer Gesellschaft anschließen.

Charlotte Roche hat es ohne Facebook und Co. bisher auf alle Fälle schon wieder geschafft die Verkaufsmaschinerie ganz prächtig anzukurbeln und dies mit dem ältesten Thema der Litertur: Der Erotik.

Lassen wir uns überraschen was Schoßgebete so zu bieten hat.

1 Kommentar

  1. Pinkback: meiersworld.de – Die Welt aus meiner Sicht » Mein Schoßgebete Tagebuch Teil I: Vom Koitus zum Wirsing und zurück

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