Markt & Wirtschaft

Wieder mal die Schulbank gedrückt

die hms mainzelmaennchenEs ist Mittwochabend, eine etwas größere Gruppe von schwungvollen Menschen aus den Bereichen Media und Marketing stehen erwartungsvoll im Foyer eines Hamburger Hotels. Noch wissen sie nicht genau was auf sie zukommt, aber sie ahnen das in den nächsten Stunden nicht nur „easy going“ angesagt ist.

Wenige Stunden später wissen sie, dass sie richtig gelegen haben. Nach dem die Gruppe ebenso schwungvoll die Treppen der Hamburg Media School nach oben geeilt sind, wie sie sich vorher von der Qualität der Speisen und Getränke am Vorabend überzeugt haben, ist klar: Das was angekündigt wurde, wollen die auch umsetzen!

Es liegen also drei Tage „Schulbank drücken“ vor der Gruppe, als Teil dieser Gruppe kann ich nur lebhaft bestätigen, wie ungewohnt dies wieder ist.

An einer Lehrveranstaltung teilnehmen ist eben kein Meeting mit Keksen und Kaffee, auch wenn genau davon genügend in den Pausen gereicht wird.

Die Hamburg Media School in Form einiger ihrer Studenten und Studentinnen und zweier Professoren haben für die Gruppe ein umfangreiches und spannendes Programm ausgearbeitet und so geht es nach einer fundierten Einführung in die Welt der Strategieprozesse direkt mit der Studie eines Fallbeispiel los (bzw. gelesen haben sollte die Gruppe diesen bereits am Vorabend). Die große Gruppe teilt sich in sechs kleinere Gruppen, und beginnt, getrieben von einer straffen Zeitvorgabe mit der Arbeit.

Am Beispiel eines großen deutschen Wochenmagazins darf sich der Kurs der Wissbegierigen mit der Vergangenheit dieses Magazins beschäftigen und versuchen die richtigen strategischen Ansätze herauszuarbeiten.

Überraschenderweise geht es flott voran und alle Gruppen können später erfolgreich, wenn auch oft von lehrreichen Tipps begleitet, ihre Strategien präsentieren.

Passend zum Zeitpunkt des Fallbeispiels (Anfang des 21. Jahrhunderts ☺ ) wird mit Flipcharts und Overhead (Polylux wie wir noch lernen) präsentiert. Eine kleine Reise in die Präsentationsvergangenheit für die Generation Powerpoint.

Nach Präsentation und Aufnahme der Tipps, welche der Lehrkörper mit viel Praxisnähe an uns weitergibt, der wissenschaftliche Elfenbeinturm wird zwar häufig erwähnt, ist aber wohl mehr ein „running gag“, geht es im flotten Programm weiter.

Ganz studentisch geht es weiter und am Nachmittag wird im Plenum in Gemeinschaftsarbeit die nächste Runde diskutiert und präsentiert.

Mit mehr oder weniger Möglichkeit sich zu erholen rast das Programm weiter dahin und von den Seminarräumen der HMS geht es fast nahtlos auf den Kiez und auch hier endet der Lernprozess nicht, denn eine wissenschaftlich fundierte Schnitzeljagd sorgt auch am späten Abend für eine Menge Insights über Zielgruppen bestimmter Magazinleserschaften und das Leben in und auf dem Kiez.

Schnitzeljagden auf dem Kiez irritieren aber auch Teile der dort arbeitenden Bevölkerung; denn eine der am Hans-Albers-Platz wartenden Liebesdienerinnen nutzte zwar meine kurzfristige Abtrennung von den Damen meiner Forschungsgruppe und versuchte mich für ihre Dienste zu gewinnen, aber meine Antwort „ich bin auf einer Schnitzeljagd“, konnte sie auch nur noch mit einem schwachen „schnitzeln kannst du mit mir auch“ kontern. Kopfschüttelnd überließ sie mich wieder meiner charmanten Forschungsgruppe.

Nach anstrengender Forschungsarbeit durften wir in unseren Hotelbetten von Swat-/ und Porter-Analysen träumen, damit wir am nächsten Tag wieder von einem sehr lebendigen und Wissen einhauchenden Startvortrag an das Leben als Studierender gewöhnt wurden.

Auch am zweiten Tag wurden wir mit realitätsnahen und praxisorientierten Aufgaben, wissenschaftlich tief fundiert, weitergebildet und konnten uns am Abend gut gerüstet im Konferenzraum eines großen deutschen Verlagshauses einfinden und mit Herrn Osterkorn über sein Magazin diskutieren. Beeindruckende 1,5 Stunden verflogen wie im Flug und wir konnten angereichert mit noch mehr Praxiswissen einen Spaziergang durch die frische Hamburger Hafenluft antreten und uns nach dem Kopf auch den Magen mit Inhalten anreichern. Riesling aus der Pfalz und asiatische Spezialitäten ergaben dabei eine gute Mischung und so konnten wir dem dritten Tag ins Auge sehen.

Nach einer weiteren Nacht, in der sich das Wissen tief in unseren Köpfen ablegen konnte, durften wir am dritten Tag mit ganz vertraulichem Wissen angereichertes Schulungsmaterial in Empfang nehmen.

Gespannt auf das was uns an diesem Tag erwartete stürmten wir, ein wenig durch unsere Koffer in den Händen gehandicapt, in den zweiten Stock unserer Schule und begannen sofort mit der Arbeit. Getrieben von dem Wissen in wenigen Stunden zu erfahren, welche Gruppe ihre wissenschaftliche Forschungsarbeit mit dem Titel „Schnitzeljagd auf dem Kiez“ am sorgfältigsten ausgearbeitet hatte, widmeten wir uns der dritten zu lösenden Gesamtaufgabe, und wieder stellte sich heraus, dass die Gruppe in jeder Kleinkonstellation sehr gut funktioniert, als auch als großer (Wissens-)schwarm.

Fast zu schnell schritt die Zeit voran, den erneut durften wir einem Mann der Tat lauschen und mit ihm über die Zukunft der digitalen Medienwelt sprechen. Das es dort ein paar Hindernisse gibt ist eher nebensächlich, wenn der Spirit der handelnden Personen gegeben ist.

Getrieben von diesem Geist durften wir ein letztes Mal den Genüssen der Flurkantine erliegen und uns danach abschließend mit unserem Lehrpersonal über dieses und jenes austauschen.

Drei Tage die Schulbank drücken; ein ungewohntes Gefühl, ein gutes Gefühl, weil der Kopf danach voll mit neuen Denkansätzenist. Gut auch, weil es Spaß gemacht hat mit motivierten Branchenkolleginnen und Branchenkollegen den Mantel des Wettbewerbs beiseite zu legen und gemeinsam ein Team zu sein.

Verstärkt durch unsere Gastgeber und die motivierten Mitarbeiter der HMS haben wir, als Gruppe, so mein Fazit tolle Tage gehabt und echt was mitgenommen.

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