Buch und eBook

Schwule Werber, harte Bullen & ein toter Köter…

Nach dem ich „Kalter Main“ von Rosa Ribas ausgelesen hatte, musste ich gleich auch den zweiten Roman aus ihrer Feder lesen.

Der Titel ihres zweiten Frankfurter Kriminalromans versprach einen Blick hinter die Kulissen von Agenturen, denn „Tödliche Kampagne“, Roman Nummer zwei der spanischen Autorin, spielt in einer Frankfurter Werbeagentur.

Die deutschspanische Ermittlerin geht auch im zweiten Fall mit der ihr eigenen Art an die Sache heran und es ist sinnvoll auch den ersten Roman gelesen zu haben, denn sonst fehlt dem Leser an manchen Stellen der Plot der persönlichen Hintergrundgeschichten.

Leider macht Frau Ribas in ihrem zweiten Roman einen großen Fehler, so sachkundig sie im ersten Roman über die Hintergründe der spanischen Gemeinschaft in Frankfurt schreibt, so wenig hat sie sich offenbar über Werbeagenturen erkundigt, oder sie hat einfach beschlossen sämtliche Vorurteile die sich über das Arbeitsleben in Werbeagenturen angesammelt hat in einem Buch zu vereinen.

Da sind die jungen Art-Directoren derart karrieregeil, dass sie sich laufend auf dem Klo einschließen und heulen, wenn der große Oberzambano mal nicht so nett ist wie sie sich das vorstellen, selbstverständlich ist alles hart und ständig wird am Limit gewerkelt.

Für die Leser entsteht so der Eindruck,dass es sich hier um eine Branche handelt, in der die Maßstäbe von lateinamerikanischen Bergwerken des 19. Jahrhunderts als Maßstab gelten.

Werber sind dann natürlich auch schwul und die Bullen sind die harten Typen, und wenn nicht, dann gibt es eben eine aufs Maul…..

So gut und fesselnd die Geschichte von „Kalter Main“ gewesen ist, so öde und nahezu an den Haaren herbeigezogen ist die Geschichte von „Tödliche Kampagne“.

An manchen Stellen wird der Fall von den persönlichen Problemen der Ermittlerin überschattet, ständig übermüdet und besorgt um ihren Vater geistert sie durch den Roman bis es dann auch noch zum unvermeidlichen Bürosex kommt.

Alles in allem eine an vielen Stellen doch recht klischeehafte Abhandlung über Schwule, Werber, Polizisten und Eheprobleme. Sollte es einen dritten Roman geben, dann ist das Lesen des zweiten Wohl ein Muss, denn sonst fehlt einem am Ende noch ein wichtiges Familienereignis wie die Beerdigung des deutschspanischen Familienhundes.

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