Bahnreisen Reise

Wäre Jesus im Mutter & Kind-Abteil zur Welt gekommen?

Das polnische Magazin Fakt hat in einer Collage die Geburt von Jesus Christus in die heutige Zeit übertragen, da wird getwittert, gefacebooked und geyoutubed. In seiner Gänze ist diese Darstellung sicherlich übertrieben, aber gehen wir doch einmal weg vom Moment der Geburt und überlegen uns wie Maria und Josef in diesen Tagen an ihr Ziel gekommen wären.

Verlegen wir die Geburt des Friendensfürsten doch einmal in die Mitte Europas, in Länder in denen einige Flocken Schnee offenbaren wohin die Sparwut bei Gemeinden, Flughäfen und Bahnbetreibern führen kann.

Nehmen wir doch mal an Maria und Josef würden aus der Gegend von Berlin kommen und wollten sich auf den Weg ins Ruhrgebiet machen, sie hätten wohl eine Reise wirklich biblischen Ausmaßes hinter sich gebracht, denn Schnee und Eis hätten schon die Fahrt mit dem alten Fiat, trotz der neuen Winterreifen, zu einem Abenteuer gemacht, weil ihre Heimatgemeinde im Speckgürtel der armen aber sexy Hauptstadt kein Streusalz mehr hat. Der Regionalexpress hätte den kleinen verschneiten Bahnhof nur mit einer Verspätung unbekannter Zeit erreicht, aber dann ging es flott zum Flughafen.
Nur dort an den Treffpunkten der Businesskasper lungerten bereits hunderte andere Reisende, denn vereiste Flugzeuge und verschneite Pisten sorgen dafür, dass nichts mehr geht. Sie sollen sich eine Herberge suchen und erhalten einen Voucher für eine Übernachtung, oder sie sollen sich als Alternative an die Bahn wenden.

Josef möchte seine Maria nach Hause bringen, in die Heimstatt seiner Familie, aus diesem Grund nehmen sie den Zug, ein Fehler? Wie sich herausstellt ein Fehler nicht schlimmer als die Nutzung des Autos oder des Fliegers, denn auch hier herrscht das Chaos eines Unternehmens das sich der maximalen Gewinnausbeute verschrieben hat. Zuwenig Personal für Krisensituation, schlecht ausgebildet für solche Situationen ist das Personal (ebenso schlecht das an den Flughäfen und das der Airlines) und so geht es nicht wirklich voran.

Jesus Christus hätte wohl heute im modernen Europa die Chance gehabt auf einer Autobahnraststätte geboren zu werden, oder in einem Mutter und Kind-Abteil eines ICE (während im Bordbistro gerade kein heißes Wasser zur Verfügung steht). Auf einem Feldbett eines europäischen Flughafens hätte wohl auch der erste Schrei des wunderbaren Ratgebers erklingen können.

Dieses Geburtsszenario ist, aus meiner Sicht, realistischer als die Collage von Fakt. Sicher hätte Maria heute ihr Kind nicht wirklich in einem ICE zur Welt bringen müssen, ein Notarzteinsatz im Zug hätte für einen Transport in ein Krankenhaus gesorgt, Flughäfen haben Kliniken und auf der Autobahnraststätte hätte sich sicherlich ein Arzt gefunden.

Jesus wäre nur ein Opfer der Sparwut geworden, so wie viele Reisende. Wir wollen alle möglichst billig von A nach B kommen (auch wenn manchen Leuten die Ticketpreise zu hoch vorkommen), aber die Zeche müssen wir nun eben zahlen. Wenn es keine Personalreserven mehr gibt, keine Ausbildung für Extremsituationen, dann darf sich der moderne Reisende nicht wundern, sondern sollte einen Blick auf sein 99 Euro-Ticket für den Flug von Frankfurt nach London werfen und sich mal Fragen wie dieser Preis zustande kommt.

Der Sohn des Schreinerehepaars hätte aber auch Glück; in Rom herrscht kein Kaiser mehr, sondern nur ein Ministerpräsident – Ein Greiser der sich gerne wie ein Kaiser aufführt, aber sich mehr auf junge Frauen konzentriert und dafür keine Neugeborenen mehr verfolgt. Ist doch ein Trost in dieser Zeit….Frohes Fest und kommt heute alle gut an Euer Ziel.

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