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Es fehlt nichts Herr Bremer – eine andere Sicht auf die Umgangsformen mit ausländischen Mitbürgern

Unter der Headline „Was fehlt“ schreibt Nils Bremer (Chefredakteur des Journal Frankfurt) in seinem Leitartikel der aktuellen Ausgabe über die aktuelle Diskussion zum Thema Ausländer in Deutschland. Dazu gibt es einen lobenswerten Bericht, wie oft gut recherchiert und passend zur aktuellen Diskussion aufbereitet.

Unpassend finde ich seinen Bezug im Leitartikel auf die Umgangsformen mit unseren Mitbürgern die ihre Wurzeln außerhalb der Frankfurter Stadtmauern, respektive der Grenzen Deutschlands haben. Dies sind gerade in Frankfurt zwar nicht nur Türken, aber gerade dieser Gruppe widmet sich nun einmal der Artikel im Heft, und somit hat auch der Leitartikel einen Schwerpunkt auf diese Gruppe.

Selbstverständlich ist der Aufhänger das Buch von Thilo Sarrazin, in dem es unbestritten viele Passagen gibt, die einfach als unsäglich bezeichnet werden müssen. Fakt ist aber auch, dass Herr Sarrazin zwischenzeitlich auch aus einigen Ecken der Ausländerlobby Zustimmung für sein Buch bekommen hat, denn manche Aussagen lassen sich tagtäglich im normalen Alltagsleben beobachten und gehören somit zur Realität, welche auch nicht wegdiskutierbar ist.

Es gibt immer noch eine Gruppe von ausländischen Mitbürgern die ein Problem mit unserer Gesellschaft haben, unseren Normen und Umgangsformen. Warum sprechen türkische Mütter mit ihren Kindern in der Öffentlichkeit oft nur türkisch? Vielleicht weil sie selber unsere Sprache nicht sprechen? Ein Grund, aber keiner der akzeptabel ist, denn wer hier lebt und seine Kinder großzieht muss sich auch in Deutsch verständigen können.

Meiner Meinung nach gibt es keine grundlegenden Probleme in den Umgangsformen mit ausländischen Mitbürgern, dies ist ein hochstilisiertes Problem, denn wir betrachten immer eine bestimmte Gruppe ausländischer Mitbürger: Nämlich diejenigen die sich nicht anpassen, oder nicht anpassen wollen. Dies ist aber, so fühle ich es, die Minderheit.

Gerade die im Journal vorgestellten Türken gehören doch zu den besten Beispielen für eine mehr als gelungene Integration, und nicht als Gegenbesipiel.

Es sind die gut gebildeten und erfolgreichen türkischen Mitbürger; ein Politiker, ein Musiker, eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit einem eigenen Friseursalon und ein Blonder :-). Wo geht die Gesellschaft mit diesen Leuten nicht richtig um?

Wenn sich junge Familien die Frage stellen, ob die Schule in der Nachbarschaft die richtige Wahl ist, weil sie befürchten müssen, dass ihre Kinder dort die bisher gelernten deutschen Sprachfähigkeiten im Zusammensein mit ausländischen Kindern wieder verlieren, dann muss die Frage umgekehrt gestellt werden: Welche Umgangsformen legen die hierhergezogenen Menschen uns Deutschen gegenüber an den Tag, wenn der Respekt vor unserer Gesellschaft fehlt in dem sie sich verweigern unsere Sprache zu lernen um überhaupt mit uns umgehen zu können.

Es fehlt meines Erachtens nicht an Respekt und Höflichkeit im Umgang bei uns Deutschen, aber das manche Teile der Bevölkerung die Geduld verlieren ist aus meiner Sicht, auf Grundlage des oben geschilderten Beispiels (aus Berlin übrigens) kein Wunder.

Eher finde ich es schon schade, dass es nun fast zum guten Ton, in manchen Teilen der Medien, gehört uns Deutschen zu unterstellen wir würden uns nicht korrekt gegenüber unseren Mitbürgern verhalten. Im wahren Leben, außerhalb von politischen Debatten, funktioniert das Zusammenleben nämlich eigentlich ganz gut, zumindest mit denen die so sind wie die im Journal Frankfurt vorgestellten türkischen Prototypen.

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