Buch und eBook

Imperial Bedrooms, eine verstörende Leseerfahrung!

Es gibt Bücher die können verstörend auf einen wirken und dennoch einen ganz eigenen Bann auf den Lesenden ausüben. Ob Imperial Bedrooms jemals von Elke Heidenreich vorgeschlagen wird ist fraglich, aber dies dürfte für die Leserschaft von Bret Easton Ellis egal sein.

Seine Bücher sind alle verstörend und zutiefst verwirrend. In Imperial Bedrooms schlägt er einen Bogen von seinem Debütroman – Unter Null – in die heutige Zeit. 25 Jahre gesellschaftliche Entwicklung hätten die Protagonisten nutzen können, aber stattdessen sind alle Figuren inklusive Clay nur noch mehr in ihrer eigenen wahnsinnigen Welt des amerikanischen Traums aus Freiheit und Begrenzung gefangen. Am Anfang des Romans gibt es die wage Hoffnung, dass sich etwas geändert haben könnte. Schnell löst sich diese Vorstellung aber auf.

Hollywood als Spiegel der in sich unterschiedlichen amerikanischen Gesellschaft ist der Tummelplatz für die Abgründe der amerikanischen Seele. Bret Easton Ellis muss sich nicht der Brutalität eines Pat Bateman bedienen um seinen Leser zu schockieren, es reichen einige wenige Sätze und Beschreibungen von Partybesuchen, Bettszenen und dem was Clay als Arbeit bezeichnet.
Nach 25 Jahren hat auch das Internet und die SMS ihren Einzug in die surreale Welt der Ellis-Figuren gehalten, diese Kommunikationsformen setzt der Auto gekonnt ein um Clay, aber auch seine Leser, zu verwirren und schon fast zu demoralisieren.

Denn ebenso wie der Hauptdarsteller seiner Geschichte im Laufe der Handlung die Kontrolle über sich und sein Leben zu verlieren scheint, so kann der Lesende die Kontrolle über die Handlung und die Verknüpfungspunkte der einzelnen Charaktere verlieren.

Am Ende sind es die Exzesse die einen in den Einklang mit allen anderen Romanen von BEE bringen, kein Roman ohne Drogen und Alkohol, Sex und Mord. Die Kombination dieser dunklen Kapitel der menschlichen Seele machen auch aus Imperial Bedrooms eine düstere Reise in teilweise zutiefst menschliche Abgründe.

Ein Glas Rotwein oder gleich eine Pulle Grey Goose können den Lesefluss befördern oder einschränken, es kommt darauf an, unter welchen Aspekt Imperial Bedrooms gelesen werden soll & welche Abgründe, und hier wechsele ich in die Höflichkeitsform, Sie liebe Leserinnen und Leser bei der Lektüre von Imperial Bedrooms entdecken möchten.

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