Politisches

Damals vor 20 Jahren

Es ist jetzt wirklich zwanzig Jahre her. Wir saßen damals bei meinen Eltern im kleinen Taunusstädtchen vor dem Fernseher und haben uns die Einheitsfeier angesehen.

Wir, dass sind einige Leute aus der Clique gewesen und Michaela und ihre Freundin aus der DDR.

Im Sommer 1989 hatten wir sie in Malgrat de Mar kennengelernt und einige der Jungs hatten damals ganz schön Feuer gefangen, ich blieb außen vor, denn ich hatte damals die Regel des Sommerurlaubs gebrochen und meine eigene Eule mit nach Athen genommen. Die Jungs haben mir glücklicherweise damals verziehen. Dies ist aber eine andere Story.

Wir hatten die Ostgirls am frühen Morgen am Frankfurter Hauptbahnhof mit Sekt empfangen und dann einen Tag in Mainhatten verbracht, dann am Abend hatten wir es uns vor der Glotze gemütlich gemacht und die jungen Damen aus dem Erzgebirge erzählten aus ihrem Leben. Wir tauschten an diesem Abend viele unterschiedliche Erinnerungen an die Schulzeit aus.

Später konnten wir in mitgebrachten Schulbüchern und Schulheften blättern. Da gab es einiges zu entdecken was mir erst heute richtig bewusst wird. Die Art und Weise wie dieser Staat versucht hat die Wahrheit zu verbiegen und seine jungen Bürger zu verbiegen, ohne dass sie es merken sollten.

Offenbar ist ihm dies aber nicht gelungen, denn der Mut und die Klugheit seiner eigenen Bürger hat den Unrechtsstaat DDR zu Fall gebracht, leider aber noch nicht die damals herrschende Partei die sich immer noch durch alle Netze hindurch schlängelt und mit Lügen und Betrügen die Wähler über ihre echten Absichten hinwegtäuscht.

Um 0.00 Uhr konnten wir damals auf ein anderes Deutschland anstoßen, eines das bis heute noch nicht fertig ist, aber in dem es sich lohnt mitzumachen und nach vorne zu schauen.

Um kurz nach Mitternacht, die Hymne klang noch in unseren Ohren nach (wir hatten sie für die beiden neuen Bundesbürgerinnen vorsichtshalber ausgedruckt), stiegen wir in den alten Renault von J. und machten wohl das damals erste Autokorso der neuen Bundesrepublik in kleinen Taunusstädtchen.

Schade ist, dass wir alle den Kontakt zu Michaela und ihrer Freundin verloren haben. Heute, zwanzig Jahre später, hoffe ich es geht den beiden gut und der Aufschwung Ost ist bei ihnen angekommen.

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