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Simon Schweitzer, der Brunetti von Sachsenhausen

„Leider kennt der deutsche Buchmarkt nur sehr wenige solch illustre und erheiternde Schriftsteller und Charaktere wie Demant und Herrn Schweitzer.“, dies schrieb literaturmarktinfo über den Verlag von Frank Demant und seinen apfelweinseelingen Sachsenhäuser Privatschnüffler Simon Schweitzer.

Gerade habe ich die letzte Sachsenhäuser Kriminalepisode ausgelesen und stelle fest, dass die obenstehende Aussage in weiten Teilen stimmt. Im neuen Roman geht es einmal wieder heiß her, nicht nur weil die Kriminalepisode im heißen Sachsenhäuser Sommer spielt, nein auch wegen drei ungeklärter Morde.

Simon Schweitzer muss sich ganz schön anstrengen um diesen kniffeligen Fall zu lösen. Dabei wird er kräftig von einer Diät und einem Unglück in der Alten Oper ausgebremst.

Wie schon in den zurückliegenden Kriminalgeschichten aus Sachsenhausen, so wird auch in diesem Apfelweinkrimi wieder kräftig gesoffen, geraucht und „gefressen“. Übergewicht ist das Markenzeichen von Simon Schweitzer und der Sachsenhäuser Erfolgsautor Frank Demant lässt den Schnüffler wieder kräftig zulangen.

Die detailgenaue Beschreibung der Örtlichkeiten, die Skizzierung der einzelnen Charaktere und der unverblümt beschriebene Charme der Sachsenhäuser machen diesen Krimi für echte Frankfurter sehr lesenswert. Ob, trotz der guten Beschreibungen der Frankfurter Eigenarten, der Krimi aber noch für Leser außerhalb des Apfelweindunstkreises spannend ist, möchte ich einmal mit einem Fragezeichen versehen.

Auffällig ist, das Simon Schweitzer, ebenos wie sein staatlich angestellter Kollege Brunetti, viel trinkt und gerne mal zwei warme Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt. Hier gibt es offenbar einen Trend zum Genuß beim ermittelndem Romankörper. Brunetti liebt sein Venedig und der Kollege Schweitzer sein Sachsenhausen. Wohl einer der Gründe warum der Böse aus Oberrad kommen muss :-).

Brunetti hat es aber, trotz einer als sehr attraktiv beschriebenen Ehefrau, in den Romanen von Donna Leon immer wesentlich schlechter als der gute Schweitzer. Da es Frank Demant etwas handfester zugehen lässt, hat Simon Schweitzer neben den leiblichen Genüssen des Essens und Trinkens auch noch bewusstseinserweiternde Momente mit Joints und ab und an auch Sex.

Wer einen spannenden und lokalen Krimi für die Zeit zwischen den Halbzeiten und Fußballpausen sucht, dem sei – Das Geheimnis vom Kuhhirtenturm – als Lektüre empfohlen.

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