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Champagnerluft und Traubensaft, Acolon & Bratwurst: Ein Ausflug nach Bad Homburg

Passend zu meiner aktuellen Lektüre (The Rum Diary) begab ich mich gestern in Begleitung von erwiesenen Weinkennern auf das internationale Weinfest nach Bad Homburg, dort atmete die Weinbelegschaft erst einmal Champagnerluft und Tradition und stieß dann auf den lokalen Scout, den lieben Frater Aloisius.

Vier Weintester und eine Traubensaftexpertin machten sich also auf den Weg, an einem eher unterkühlten Maisamstag einiges neues aus der Welt des Weins auf dem Gaumen zerfließen zu lassen.

Mit der größten Überraschung des Tages möchte ich gleich beginnen, die gute alte Muskatellertraube wurde von Tester M. und dem Frater als sehr lecker eingestuft. Mir persönlich ist der Geschmack nach Muskat einfach zu stark und daher konnte ich auch gestern nicht von den Vorzügen dieser alten Rebsorte überzeugt werden.

Überraschungen im Glas gab es nicht wirklich, eher gute und bodenständige, saubere und geschmackvolle Weine wurden getrunken und probiert. In den Weinlisten markiert oder wieder durchgestrichen.

Chardonnay mal in der klassischen Form, tiefgelb mit einem starken Geschmack nach Holzfass und dem typischen Parfümaroma und als ganz klar strukturierte Variante, ohne den so typischen und immer wieder für Diskussionen sorgenden „Parfümgeschmack“ wurde von Testerin N. und S., sowie von mir, probiert und markiert. Vor allem die klare Variante vom Weingut Hilgert machte viel Spaß im Glas und dürfte sich wohl bald im Weinkeller von Schwester Mainbube einfinden. Allgemein muss dem Weingut Hilgert ein großes Lob ausgesprochen werden, gute Weine zu vernünftigen Preisen. Eher enttäuschend kam in diesem Jahr der Blanc de Noir daher, bisher eine feste Größe, aber es kann eben nicht immer alles dauerhaft gut schmecken.

Nach der ersten Testung entschieden wir uns für einen Ausflug in Deutschlands größtes zusammenhängendes Rotweinanbaugebiet, an den Weinstand der Familie Linden. Hier mundete der Traubensaftexpertin der weiße Traubensaft und dem Rest der Truppe mundete der Ahrwein eher nicht so a(h)rg, daher zogen wir bald weiter. Eine Stärkung mit Käse, Bratwurst und anderen feinen Dingen machte uns fit für einen Ausflug ins badische Weinland.

Hier gab es dann wirklich eine Überraschung im Glas, eine neue Weinsorte, der Acolon,ein halbtrockener Rotwein aus den Sorten Lemberger und Dornfelder gekreuzt. Ein guter Tropfen, gut bekömmlich.

Während wir also den badischen Tropfen frönten wurden wir gleich mehrfach von den Weinköniginnen mit einem Lachen beschenkt und konnten uns dann auf der Suche nach dem besonderen Tropfen noch einmal in Rheinhessen eintrinken und genossen einen langsam immer kälter werden Abend mit ein paar Songs aus den 80´er Jahren und einem Abschlußglas vom Weingut Bretz. Sicherlich der Stand mit den höchsten Preisen auf dem Weinfest, was aber aufgrund der Lage, sozusagen im Auge des Orkans, verständlich ist.

Allgemein hat der Ausflug viel Spaß gemacht, durch die kalte Witterung hatten die Weißweine fast immer die richtige Trinktemperatur, aber viele Rotweine kamen zu kalt ins Glas. Hier hätte ich mir persönlich von den anwesenden Winzern einen besseren Umgang mit ihren Produkten gewünscht, denn ein kalter Rotwein ist geschmacklich nie das was er eigentlich kann.

Auf dem Heimweg musste ich dann feststellen, dass ein Handy einen Sturz aus der Manteltasche zwar überleben kann, aber der darauffolgende Kontakt mit den Absätzen der Schuhe meiner Mitreisenden in der S-Bahn nicht ganz ohne Schaden am Display geblieben ist. Nun ja, muss eben ein neues Gerät her.

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