Buch und eBook

Erotisches Geköchel – „Der Koch“ von Martin Suter

Die geheimen Rezepte der indischen und ceylonesischen Küche bilden das Rückrad von „Der Koch“, dem Roman von Martin Suter, welcher den Leser nicht nur in die Welt von Gerüchen aus der ayuverdischen Küchen entführt, sondern auch in die Welt von Waffenhändlern, Gastrokönigen und Escortdamen.

Während die Escortdamen als nette Beilage den Roman, in Form eines Bindeglieds, mit ein wenig Sex schärfen, sind es die bösen Waffenhändler und die kriegerischen Auseinandersetzungen auf Sri Lanka die den Hauptgang ausmachen.
Der tamilische Koch Maravan lebt im Asyl in der Schweiz und er kocht begnadet gut, was ihm in der rauen Welt der Nobelgastronomie ebenso wenig hilft, wie in den Abgründen der Bratwurstbuden. Also muss eine eigene Idee für einen stetigen Geldfluss sorgen, damit nicht nur er und seine Familie in Sri Lanka Geld bekommen, sondern auch die tamilischen Untergrundkämpfer.

Martin Suter verrührt, um in der Küchensprache zu bleiben, verschiedene Handlungen wie Bürgerkrieg, Prostitution, Bankenkrise und das Liebensleben seines Helden zu einem recht würzigen Gericht. Sicherlich hat Martin Suter schon bessere Geschichten aus seiner literarischen Küche geholt, dennoch ist „Der Koch“ ein schnell zu lesendes und manchmal auch appetitanregendes Buch.

Maravan schafft es mit sehr eigenen Kreationen der ayuverdischen Küche ein kleines Cateringunternehmen namens Love Food aufzubauen und gerät schnell in den Strudel der einzelnen Handlungsstränge, und am Ende vermischen sich eben Escortdamen, korrupte Anwälte und geldgierige Waffenhändler zu einem spannungsreichen Dinner mit einem Ausgang á la Menu Surprise.

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