Meinung

Zugeparkte Gesellschaft

Ein Winterausflug auf den Feldberg im Taunus ist wahrlich eine schöne Sache. Schneebedeckte Tannen, fröhliche Kinder die auf ihren Schlitten die vereisten Wege hinunter rodeln und fröhliche Menschen die mit einem Glühwein den Ausblick genießen. Wundervoll!

Wirklich wundervoll?

Es wäre wunderschön auf dem Feldbergplateau, wenn die vielen Autos nicht stören würden. Autos stehen überall auf dem Feldberg rum, unsere Gesellschaft parkt jeden Zentimeter zu. Die schönsten Flecken in der Natur müssen auf alle Fälle mit dem Auto erreicht werden. Im Autoland Deutschland ist dies eine Selbstverständlichkeit. Alles wird für den Individualverkehr hergerichtet und Mutti und Papi kommen mit Kind & Kegel bis an die Rodelpiste ran. Auf Fotos sieht es dann manchmal etwas blöd aus, wenn im Vordergrund die wunderschöne, verschneite und unberührte Natur abgelichtet wird, aber im Hintergrund sich eine SUV-Parade breit macht.

Der Feldberg und seine vielfältigen Parkplatzmöglichkeiten sind nur ein Beispiel für die zugeparkte Gesellschaft. Es gibt sehr schöne Straßenzüge in jeder Stadt, tolle Denkmäler, Gebäude und einfach nur Straßenszenen in einer Stadt die geradezu einladen fotografiert zu werden, aber was ist immer mit im Bild? Des deutschen liebstes Kind – Das Auto.
Wir verschandeln unseren eigenen Lebensraum mit Blech, Blech in vielen bunten Farben, aber immer präsent und immer da. Keinen Winkel dieser Republik in dem nicht ein Auto steht. Wir parken uns langsam zu und das finde ich wirklich schade.

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