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Das pralle Bankerleben im Klischee – Geld, Macht, Liebe in der ARD

Geld Macht Liebe - Bankerleben im Klischee in der ARD Serien die in Frankfurt spielen muss ich mir einfach ansehen, ein Grund für mich vom Pilotfilm an, bei Geld.Macht.Liebe in der ARD dabei zu sein. Eine ganz wundervoll an Klischees überladene Serie über eine reiche Bankiersfamilie aus Frankfurt. Ein elitäres Gebilde aus einem miesen Familienoberhaupt (Markus von Rheinberg) , einer liebenden, aber bis zum Anschlag naiven Ehefrau (Sophia von Rheinberg) und eine Schar von Kindern, alle natürlich nicht wirklich bankerlike, aber dafür schräg und ebenfalls sehr kontrastreich in Szene gesetzt.

Dazu kommen noch eine intrigante und absolut fiese Großmutter (Lilo), eine moralapostelnde und kunstliebende ausgestoßene Tochter, die dazugehörige geldgierige und sexy Tochter (Ariana). Krönung der Klischeesammlung ist neben dem Banker der korrupte, aber natürlich dennoch irgendwie liebenswerte Bauunternehmer Will und seine Frau.

Als trottelige Randerscheinungen gibt es noch den Jungverleger Phillip von Markland und seine Mutter, die den Verlag (welcher in einem Gebäude auf der Hanauer Landstraße untergebracht ist – zumindest für die Außenaufnahmen) fast in den Ruin und damit in die Hände der skupellosen Banker treibt.

Will und Ariane sind die beiden Superabziehbilder aus der Klischeekiste. Will besucht regelmäßig ein Nobelbordell in Frankfurt und lässt sich dort auch mal von der Puffmutter mit einem warmen Süppchen versorgen, wenn ihn seine junge Geliebte ihn mit der Joggingrunde am Eisernen Steg überfordert hat, und ihm dann nach einer Runde kraftvoller Morgenspontanietät einfach ohne Essensversorgung im Bett liegen lässt und sich, geschlitzt, auf den Weg zur Bank macht.
Gerade über die Rolle der Ariane Seiler habe ich auf der Homepage der Serie eine interessante und tiefblickende Rollenbeschreibung gefunden:

„Anfangs trägt Ariane Hosenanzüge. Sie macht aber eine Entwicklung durch, insbesondere als sie merkt, dass sie mit ihrem fachlichen Wissen nicht unbedingt weiterkommt. Vielleicht das erste Mal in Arianes Karriere wird sie ausgebremst und denkt sich:‘ Na gut, dann versuch ich’s eben anders.‘ Und manches geht besser mit kurzen Röcken und tieferem Ausschnitt.“


Da ist es, dass Klischee! Wenn frau nicht mehr mit Wissen weiterkommt, dann muss sie es eben mit Sex und ihrem Körper versuchen. Was ihr in der Serie bisher ganz eindrucksvoll gelingt. ariane_will_bau Die Schauspielerin Anna Bertheau ist für mich eigentlich jetzt schon als Promi für den Playboy vorprogrammiert. Ich bin gespannt wann sie nicht nur bei Will die Hüllen fallen lässt, sondern auch im Playboy.

Teure Lokale, korrupte Kommunalbeamte (mit irgendjemandem muss Will ja in den Puff gehen) und miese Bankertricks runden die fröhliche Klischeeansammlung zu einem rundum trashigen Montagabendvergnügen ab. Unter intellektuellem Gesichtspunkt ist die Serie natürlich eher Prekariats-TV, aber weshalb soll die ARD nicht auch mal in die Rolle eines Trashsenders schlüpfen?

Das die ARD sich eigentlich überhaupt nicht mehr schämt auf ganz niedriges Niveau herabzusteigen ist mit der Rubrik „das Tagebuch des Metzgers“ auf der Geld, Macht, Liebe – Seite unter Beweis gestellt. Hier erzählt der Regisseur, mit Namen Metzger, in einem Blog über die Drehtage, aber seht selber was daran die Fahrt ins Tiefgeschoss der Unterhaltung beinhaltet.

Dennoch, dazu stehe ich, jede Folge muss geschaut werden, denn wenn ein Hotel im Vorraum des Sparkassen-Rechenzentrums aufgebaut wird (Folge 14) oder sich Autos in die falsche Richtung bewegen, dann ist das für mich als Frankfurtfan sehr belustigend und dazu aber auch noch eine Weiterbildung in Sachen Frankfurt und wie unser kleines Bankerdorf nach außen dargestellt wird.

Natürlich gibt es alle Folgen bei der ARD in der Mediathek.

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