Buch und eBook

Geld, Sex & Drogen: Über das Buch Cityboy und das angeblich schlechte Gewissen des Geraint Anderson

Wann ist die beste Zeit für einen Verlag ein Buch auf den Markt zu bringen in dem die Brutalität der Finanzmärkte, die Korruptheit der Trader und Analysten und ihre Dekadenz im Umgang mit Kunden geschildert werden? Natürlich zu dem Zeitpunkt in dem die ganze Welt auf Banken und Investmentfonds einprügelt. Ein Finanzminister benachbarte und befreundete Länder als böse Steuerschlupflöcher bezeichnet, bzw. sie auch mal mit einem nicht besonders weit entwickelten afrikanischen Land vergleicht.

Der richtige Zeitpunkt ist also die Finanzkrise und weil die so schön vor sich hin schwelt macht es Sinn, wenn der Autor dieses Verlags ein gewisser Geraint Anderson auch jetzt noch im TV auftritt und von seiner Läuterung erzählt.

Er, der arme Junge, der früher kiffend durch Asien gereist ist und in einem vom linken Dunst des politischen Gewissens umwabernden Elternhaus aufgewachsen ist, dieser Geraint Anderson ist der Cityboy und hat das gemacht, was er in seinem Buch so vortrefflich beschreibt: Seinen Kunden etwas gegeben was sie haben wollten. In diesem Fall keine schönen Stories über die Entwicklung von englischen Wasserkraftaktiengesellschaften, sondern Enthüllungsgeschichten über die Kaste von Menschen die einen Großteil der Weltwirtschaft mit dubiosen Papieren und einen zügellosen Lebensstil gegen sich aufgebracht haben. Seinem Berufsstand eben.

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