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Wenn ich ein Schlangenbeschwörer wär….

dachterrasse des riad honey in marrakesch…dann hätte ich mich am zweiten Tag in Marrakesch nicht so angestellt, aber fangen wir doch ganz von vorne an. Mit einem Besuch in der Koranschule startete der offizielle Sightseeingteil des zweiten Tages.

Davor hatten wir ein ausgiebiges und köstliches Frühstück auf der Terrasse unseres Riads eingenommen, dabei dem Storch auf der nahegelegen Moschee bei der Fütterung des Nachwuchs zugesehen und noch ein wenig von der wunderbaren selbstgemachten Dattelkonfitüre auf das frisch gebackene Croissant gestrichen. Nach einer lang anhaltenden Ruhephase nach dem Frühstück ging es dann los und wir begaben uns erneut in das Gewusel der Gassen. Zwischen all den Verlockungen der tausend Angebote, die in jeder Minute auf uns einprasselten, konzentrierten wir uns ganz stark auf unser „heiliges“ Ziel – die Koranschule die auch von seiner königlichen Hoheit Prins Alexander und seiner unglaublich blonden Ehefrau Maxima besucht worden ist.

fixpunkte in der altstadt (Medina) von marrakesch die türme der moscheen Nun wandelten wir also, den Blick immer auf die Fixpunkte innerhalb dieses Gewirrs gerichtet, den Türmen der Moscheen, und erreichten ohne nennenswerte Einkäufe zu überhöhten Preise getätigt zu haben, dem Platz vor der großen Moschee und der Koranschule. Nach der Entrichtung des Eintrittsgeldes, wir arabische schriftzeichen lösten das große Kombiticket für Monument, Marrakeschmuseum und Koranschule, wandelten wir also bald auf den Spuren des niederländischen Prinsenpaars.

So eine Koranschule ist im Endeffekt nichts anderes als ein Kloster und dementsprechend sind die Kammern der Schüler nicht viel anders als Klosterzellen angeordnet und auch sonst ist so eine Schule für Koranschüler nicht viel anders als ein Kloster angelegt. Ein Ort der Ruhe, des Lernens und der inneren Einkehr. Was hier fehlt ist der Weinkeller, aber diesen gibt es dafür in Meknes, einem marokkanischen Rheinhessen, mit einer Besonderheit: Imame sind hier die Kellermeister.
Die kunstvollen Verzierungen mit arabischen Inschriften sind ein echter Hingucker und natürlich ist auch das Wasserspiel wasserspiele im Hof eine nette Sache, auch wenn ca. 5 sec. nach dem in den Auslöser gedrückt hatte, die Wassereinspeisung ihren Geist aufgab (gibt es in Koranschulen Geister, und wenn ja warum?).

Nun, nach einem kurzen Ausruherli in den für erschöpfte Touristen bereit gestellten Stühlen ging es weiter zum Museum, denn schließlich mussten die 60 DH (10 DH = 1 Euro) auch voll ausgenutzt werden. Eine Ausstellung mit, sagen wir mal, naiver marokkanischer Kunst brachte uns fast in einen Zustand kaum noch zu haltender Freude, wurde aber später von dem gut ausgestatten Buchlanden im Museum abgelöst, denn die ca. 17 hier erwerbbaren Bücher bereiteten uns endliche Momente der Ekstase.
stühle im innenhof der koranschule in marrakesch marokko Anzumerken ist hier, dass im Marco Polo Führer für Marrakesch dieser Buchladen besonders hervorgehoben wird, was schlicht und einfach lachhaft ist, nur mal so am Rande! Denn in den Souks gibt es Händler die haben durchaus zwei Bücher mehr im Angebot und aufgrund des nicht vorhandenen Buchpreisbindungsgesetzes in Marokko ist es hier sogar möglich zu handeln, was auch nötig ist, denn wer nicht handelt ist kein Mann.

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