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Late-Night-Konsumtempelöffnung und die Diskussion darum

In Hessen wird es an diesem Gründonnerstag möglich sein in einigen Einkaufstempeln seine Dinare bis Mitternacht auf den Altären des Kommerz loszuwerden. Zuerst sollte diese Late-Night-Tempelöffnung mit einem Feuerwerk beendet werden, aber die Hohenpriester der ECE-Shopping-Tempel sahen dann doch davon ab am Vorabend des Karfreitags (Todestag Jesu) ein Freudenfeuerwerk zu veranstalten.

Während in den christlichen Kirchen mit dem Gründonnerstag die Dreitagefeier von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn beginnen, startet in den Kommerztempeln der Endspurt der Ostershoppingrallye. In den christlichen Kirchen wird auf die Auferstehung des Herrn gewartet und bei einigen Einkaufszentren eben auf das Abschließen der Einlasstüren.

Nun was ist gegen Shopping bis Mitternacht (Midnightshopping) zu sagen, erst einmal nichts, denn es ist nicht verboten, also kann jeder Kaufmann sein Geschäft im Rahmen der bestehenden Öffnungszeiten so lange offen halten, wie er möchte.
Das die beiden großen christlichen Kirchen sich nun darüber aufregen ist auch natürlich, denn die Menschen werden natürlich mit solchen Aktionen vom wahren Grund der Osterfeierlichkeiten abgehalten. Es geht ja nun einmal nicht an diesen Tag um das Suchen nach Eiern, sondern eben um den Tod und die Auferstehung Jesu. Wer damit nichts am Hut hat, wird sich freuen, wenn die Einkaufscenter länger aufhaben und schnell noch ein paar Euro ausgegeben werden können.

Fraglich ist, ob solche Aktionen nicht auch eine Folge unserer so großen religiösen Liberalität geworden ist. Viele Bürgergruppen sorgen sich heute mehr um die Belange von Moslems und anderen Religionen und deren Freiheiten, ein Aufschrei geht vor allem durch links orientierte Gruppierungen wenn es nur leiseste Kritik an islamischen Feiertagsriten und Kopftuchbedeckung geht. Um so schöner ist es dann als Gegenpart auf die christlichen Kirchen einzudreschen, wenn sie sich mit Kritik am Verfall der Werte stören. Das Einkaufen bis Mitternacht ist ein kleines Puzzleteil einer Entwicklung die sich immer mehr von den Werten entfernet die eine Gesellschaft zum Erhalt braucht. Ostern und Weihnachten sind auch große Familienfeste, wer sie der Beliebigkeit aussetzt, der riskiert damit dann auch bald die Streichung dieser Feiertage aus dem Kalender.

In Frankfurt gab es einmal die Tradition am Wäldchestag am Nachmittag frei zu haben, die Totengräber dieser Tradition kamen auch aus den Kosnumtempeln, weil sie sich nicht die Kaufkraft der Freihabenden entgehen lassen wollten. Sicherlich ist der Wäldchestag nicht vergleichbar mit den Osterfeiertagen und der Verkauf an Gründonnerstag ist erlaubt, auch bis Mitternacht, aber die Parallelen sind doch teilweise klar erkennbar.

Vielleicht geht es aber den Konsumtempelbesitzern heute so wie manchen Pfarrer: Sie predigen vor leeren Bänken. Nicht zum Gründonnerstags-Midnightshopping zu gehen dürfte die effektivste Form des Protest sein, denn ein Kaufmann der kein Geld verdient verliert die Lust an dieser Form des Geschäfts und lässt beim nächsten Mal die Türe zu.

Wer mehr über Ostern wissen möchte: Ostern und Karfreitag bei Wikipedia

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